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Der Pakt ist besiegelt

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Der Pakt für den Nachmittag in der „Bildungsregion Darmstadt ist besiegelt. Kern der Vereinbarung ist ein Betreuungsangebot für Grundschüler von 7.30 Uhr bis 17 Uhr.

Mit der Unterschrift unter eine Kooperationsvereinbarung haben das Land Hessen, der Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt gestern den Pakt für den Nachmittag in der „Bildungsregion Darmstadt besiegelt. Zum kommenden Schuljahr geht es los.

Kern der Vereinbarung ist ein Betreuungsangebot für Grundschüler von 7.30 Uhr bis 17 Uhr. Beteiligt sind die Hahner Schule in Pfungstadt, die Tannenbergschule in Seeheim-Jugenheim, die Eiche-Schule in Ober-Ramstadt, die Gersprenzschule in Reinheim, die Schule im Kirchgarten in Babenhausen sowie in Darmstadt die Erich-Kästner-, Ludwig-Schwamb- und Mühltalschule.

Mit dem Vertrag reihen sich Darmstadt und der Landkreis in einen Zirkel von sechs Pilotregionen in Hessen ein, zu denen auch die Städte Kassel und Frankfurt sowie die Landkreise Bergstraße und Gießen-Land gehören. Binnen fünf Jahren soll das Projekt auf alle hessischen Grundschulen erweitert werden, die daran Interesse haben. Die Kosten für das verlängerte Angebot tragen das Land und die Schulträger, aber auch die Eltern. Sie sollen bei voller Nutzung der Betreuung einen monatlichen Betrag von bis zu 130 Euro zahlen.

Betreuung an Schulen bis 17 Uhr

Klaus Peter Schellhaas (SPD), Landrat des Kreises Darmstadt-Dieburg, zeigte sich „sehr glücklich“ über die Vereinbarung. Zwar sei noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, alle zu begeistern, die von dem Pakt betroffen sind. Es werde damit jedoch ein „großer Schritt in Richtung Ganztagsschule“ vollzogen. Er äußerte die Hoffnung, dass in dieser frühen Pilotphase die Beteiligten mitgestalten könnten. Dabei stehe die Familienfreundlichkeit ganz oben, aber auch Teilhabe und Chancengleichheit beim Thema Bildung. Schellhaas zeigte sich sicher, dass der Pakt „Schule verändern“ werde.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte, der Pakt für den Nachmittag sei das „größte bildungspolitische Projekt, das die Landesregierung in dieser Legislaturperiode hat“. Neben einer längeren Betreuung solle auch die Qualität stimmen, so der Minister. Das könne nur erreicht werden, wenn auch bestehende Angebote vor Ort erhalten würden.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) wertete die Unterzeichnung als einen ersten Schritt auf dem Weg zur echten Ganztagsschule, der wichtig sei, aber nicht ausreiche. Ähnlich argumentierte Kreis-Schuldezernent Christel Fleischmann (Grüne), der auch von einer „Ernüchterung“ sprach. Viele Eltern und Lehrer stünden dem Langzeitziel der rhythmisierten Ganztagsschule durchaus sehr kritisch gegenüber. (eda)

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