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Orangerie Darmstadt: Zentrum für Stadtnatur entsteht im Norden

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Von: Claudia Kabel

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Nico Martin vom BUND Darmstadt wartet in der Orangerie auf dem ehemaligen Areal der Stadtgärtnerei auf die Gäste des Spatenstichs.
Nico Martin vom BUND Darmstadt wartet in der Orangerie auf dem ehemaligen Areal der Stadtgärtnerei auf die Gäste des Spatenstichs. © Screenshot FR

Der BUND baut ein Zentrum für Stadtnatur in der Orangerie. Es soll umgeben von Gartenanlagen sein, die Vorbild für Biodiversität bieten. Ein Lageplan zeigt, wie das Gelände aufgeteilt werden soll.

Seit 220 Jahren genießt das Darmstädter Bürgertum im Orangerie-Garten die Natur in Form rauschender Feste, durch Spaziergänge oder Veranstaltungen wie der Gartenbauausstellung. Jetzt baut der BUND-Kreisverband Darmstadt in dem Park ein Zentrum für Stadtnatur, umgeben von Gärten der Vielfalt und Schulungsgärten. Es soll eine Begegnungsstätte für alle werden und sei „das größte Projekt, das der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Hessen jemals angestoßen hat“, sagte Landesvorsitzender Jörg Nitsch am Donnerstag beim ersten Spatenstich.

Geplant ist ein eingeschossiges, ökologisch gebautes Gebäude, das Treffpunkt für Vorträge, Seminare, Workshops und Experimente sowie zum Anfertigen von Nisthilfen oder das Bepflanzen von Kästen mit Wildpflanzen sowie alten Nutzpflanzen sein soll. Auf der Freifläche darum herum sollen die Gärten der Vielfalt und Schulungsgärten entstehen. Die pädagogischen Gärten sollen in Kooperation mit den umliegenden Schulen entwickeln und betrieben werden. Das Zentrum wird auf der ehemaligen Fläche der Stadtgärtnerei gebaut. Die Stadt überließ dem BUND das 600 Quadratmeter große Areal in Erbbaupacht und bezuschusst das Projekt mit einmalig 70 000 Euro.

So soll das Zentrum für Stadtnatur in der Orangerie Darmstadt angelegt werden.
So soll das Zentrum für Stadtnatur in der Orangerie Darmstadt angelegt werden. © BUND

Große Bereiche werden laut BUND neu zugänglich und so angelegt sein, dass sie zum Nachahmen anregen, um für die Natur auf Balkon, Fensterbrett oder im Garten aktiv zu werben.

OB Partsch: Oase inmitten der Stadt

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) sprach am Donnerstag von einer „Oase inmitten Bessungens, inmitten der Stadt“. Es solle ein „Erholungsort entstehen, wo sich Menschen gerne treffen und etwas über Natur und Klimaschutz lernen“. Im Nordteil des Areals sei zudem ein inklusives Café geplant.

Dass Stadt und Natur keine Gegensätze sein müssen, betonte auch Bettina Bock, die die Anschubfinanzierung für das Projekt spendete. Gärten könnten zu Inseln für das Überleben von Insekten und Kleintieren werden. Auch der BUND-Kreisverband Darmstadt-Dieburg sowie zahlreiche andere kleine und große Spendende unterstützen das Projekt.

BUND: Biotope sollen erlebbar werden

Vor dem Hintergrund des dramatischen Verlusts an Lebensräumen und dem Artensterben sei es wichtig, „jene Biotope erlebbar zu machen, die entscheidend für den Erhalt der biologischen Vielfalt in unserer Region sind“, sagte Nitsch. Der Erhalt der Biodiversität sei genauso wichtig, wie der Kampf gegen den Klimawandel.

Das Zentrum birgt laut Nico Blütgen von der TU Darmstadt auch „eine Chance auf einen Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft“. Auch Forschungsprojekte zur Diversität könnten dort stattfinden.

Architekt Georg Zielke kündigte an, das Gebäude solle bis spätestens Ende des Jahres fertig sein. Kommende Woche gehe es mit den Bohrungen für die Erdwärme los.

Infos und Spendenkontakt: http://darmstadt.bund.net

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