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Operationssäle unter Tage

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Auf einem Grünstreifen neben dem Bettenhaus der Kreisklinik ist ein Parkplatz für Bedienstete geplant.
Auf einem Grünstreifen neben dem Bettenhaus der Kreisklinik ist ein Parkplatz für Bedienstete geplant. © André Hirtz

Die Kreisklinik soll ausgebaut werden. Weitere Operationssäle sind nötig. Sie sollen unter Tage entstehen. Außerdem wird ein neuer Parkplatz geschaffen.

Zehn Millionen Euro hat der Eigenbetrieb Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg in den vergangenen Jahren in das Kreiskrankenhaus in Jugenheim investiert. Unter anderem wurde die Abteilung Orthopädie erweitert, außerdem die akute und postakute Intensivabteilung ausgebaut. Derzeit ist der dritte Operationssaal in Bau. Abgeschlossen sind die Veränderungen damit noch nicht. „Früher oder später brauchen wir neue Operationssäle“, sagt Verwaltungsleiter Christoph Dahmen.

Platz ist auf dem jetzigen Klinikgelände dafür nicht. Ein Nachbargrundstück bietet die nötige Expansionsfläche. Dort soll es allerdings zunächst einen Parkplatz geben. Bis zu 27 Stellplätze ließen sich auf dem vergleichsweise schmalen, von der Straße Am Kuchenpfad zu erreichenden Areal ausweisen, hat Michael Schweiger Planungsbüro Schweiger und Scholz ausgerechnet. Sie sollen ausschließlich Klinikbediensteten zur Verfügung stehen. Zum einen könnten so mehr Beschäftigte einen Parkplatz finden, zum anderen würden sie nicht länger andere Stellplätze in der Ortsmitte belegen. Vor allem Einzelhändler ärgern sich über die Dauerparker. Anwohner hatten sogar schon einmal eine Unterschriftenaktion initiiert. Denn die 60 Parkplätze, die die Klinik auf dem benachbarten Rewe-Platz gemietet hat, reichen nicht aus.

Was den Parkdruck im Ort mindern könnte, ruft bei Anwohnern des Kuchenpfads indes Bedenken hervor. Sie sorgen sich um den zusätzlichen Verkehr. Für den Grünen-Fraktionsvorsitzenden Walter Sydow spielt es da keine Rolle, dass es Parkverkehr lediglich zum Schichtbeginn am frühen Morgen und am Nachmittag gebe.

„Das sind immer noch gut 100 Autobewegungen“, sagte Sydow in der Sitzung des Bauausschusses. Gegen die Pläne votierten die Grünen aber auch nicht, mit der FDP enthielten sie sich. Denn eines ist offenkundig Konsens: Der Klinikstandort Jugenheim soll erhalten bleiben.

Um das zu gewährleisten, scheint die Ausbaumöglichkeit unabdingbar. Wann ein neuer Trakt mit Operationssälen gebaut werden muss, steht indes noch nicht fest. „In den nächsten fünf Jahren wird das aber nicht der Fall sein“, sagt Dahmen. Gleichwohl haben er und Planer Schweiger bereits genauere Vorstellungen. Da im Gebäude kein Platz ist und der Flächenverbrauch möglichst gering gehalten werden soll, ist vorgesehen, die Abteilung sechs bis sieben Meter tief in die Erde zu bauen. Lediglich einen Meter soll der Trakt herausragen. „Dadurch gibt es Tageslicht in den Räumen“, sagt Dahmen. Nicht nur das. Durch diese Bauweise wird auch die Sicht für die Patienten im Bettenhaus nicht beeinträchtigt.

Das bedeutet aber auch, dass zwar zunächst auf dem nun zur Diskussion stehenden Grundstück ein Parkplatz eingerichtet wird. Während der Bauphase für die OP-Säle verschwindet dieser wieder, um nach Fertigstellung erneut, quasi auf dem Dach des OP, erneut gebaut zu werden. (rf)

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