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SC Opel zieht eine erste Bilanz

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Verein ist trotz langer Anfahrtswege zufrieden mit seinem neuen Gelände

Die C-Jugend jagt dem Ball hinterher. Im Hintergrund strahlt das helle Holz des neuen Vereinsheims in der Abenddämmerung. Am Gebäude glänzen zwei neue Kunstrasenplätze. Auf der Frontseite ist „Clubhaus Am Sommerdamm“ zu lesen. Am Rugbyring vor der Mainbrücke nach Flörsheim befindet sich die neue Heimat des SC Opel, dort wo sich früher Kinder und Erwachsene im Stadionbad tummelten. Im März hat der Verein sein neues Gelände bezogen.

„Am Sommerdamm“ ist bereits die dritte Heimstätte des traditionsreichen Fußballvereins, sagt Jürgen Gelis, seit fünfeinhalb Jahren Vereinsvorsitzender. Ab 1916 spielte der 1906 gegründete Verein in der Hasslocher Straße in Höhe des heutigen Max-Planck-Gymnasiums. Seit 1962 kickte er in der Georg-Jung-Straße. Eben das Gelände, das er nun mit der Stadt getauscht hat. Die Stadt will dort ein neues Wohngebiet entwickeln.

Auch wenn der Chef seit 1971 im Verein ist, Wehmut verspürte er beim Umzug nicht. Vielmehr spricht er von einem Provisorium, das verlassen wurde. Mit der neuen Vereinsanlage sind die Verantwortlichen zufrieden. Jürgen Gelis nennt den Charme des neuen Vereinsheims und die größere Gaststätte. Franco Bertino ergänzt: Im Vergleich zu dem alten Gelände habe der Verein einen Riesensprung gemacht.

Am 8. März war der offizielle Anpfiff, wegen Verzögerungen beim Bau ein halbes Jahr später als geplant. Mitten in der Saison. Denn jetzt müssten die Eltern ihre Kinder während der Saison aus dem Verein und aus einer intakten Mannschaft nehmen, sagt Jürgen Gelis. Bei allen positiven Aspekten, das neue Gelände befindet sich in gut 3,2 Kilometer Entfernung vom bisherigen Standort im Dicken Busch. „Wir hatten schon Sorge, dass die Kinder teilweise dem Spielbetrieb fernbleiben“, sagt er. Der Anteil der Kinder des SC Opel, die im Dicken Busch leben, liegt immerhin bei rund 70 Prozent, in den oberen Altersklassen dünnt er sich ein wenig aus.

Neulinge aus Berliner Viertel

Tatsächlich hat der Verein während dieses Umbruchprozesses 14 Abmeldungen verdauen müssen. Aber ihnen stehen auch 20 Anmeldungen gegenüber. Und in den vergangenen anderthalb Wochen wurden weitere 40 Anmeldebögen herausgegeben, berichtet Franco Bertino.

Die Neulinge kommen aus dem Berliner Viertel, aus der Innenstadt, ja sogar aus Raunheim. Am Rande des Berliner Viertels ist der SC Opel der einzige Fußballverein. Im Dicken Busch aber gibt es noch die Eintracht Rüsselsheim und den TV Haßloch. „Wir sind verhalten optimistisch“, sagt Jürgen Gelis. „Was in der Sommerpause passiert, kann aber niemand voraussagen“, ergänzt Franco Bertino. Die älteren Kinder bewältigen den neuen, weiteren Anfahrtsweg mit dem Fahrrad oder dem Bus, die jüngeren Kinder werden mit dem Auto gebracht. Jetzt bekommen die Betreuer und die Trainer auch mal die Eltern zu Gesicht, freut sich deshalb Jürgen Gelis.

Marouan Ayada, Lucas Thienger und Rrezart Krasniqi von der C-Jugend sind jedenfalls zufrieden mit der Anlage. „Sehr gut, neu und sauber“, lautet ihr Kommentar. Lucas Thienger wird mit dem Auto gebracht, er wohnt in der Stadtmitte. Rrezart Krasniqi kommt mit dem Vater oder mit dem Bus: „Eine weite Anfahrt lohnt sich, wenn der Platz gut ist“.

Vater Abde Kouraj gibt indessen zu bedenken, dass er seine zwei Söhne jetzt vier Mal in der Woche zum neuen Trainingsplatz bringen muss. Hinzu kommen noch die Spieltage. „Das ist eine schöne Anlage, aber man muss fahren“, sagt er. (eda)

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