1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Ohne Fahrstuhl in die Tiefe

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Senioren wünschen sich eine barrierefreie Stadt.
Senioren wünschen sich eine barrierefreie Stadt. © Völker

In den Darmstädter Schlossgaragen fehlen Aufzüge. Kunden kommen nur über Treppen ans Tageslicht. Der Betreiber Q-Park verspricht Abhilfe.

Die Schlossgaragen unter dem Friedensplatz sind ein altgedientes und viel frequentiertes Parkhaus in der Innenstadt. Doch es ist nicht für alle gleichermaßen nutzbar: Weil es dort keinen Aufzug gibt, können Kunden nur über das Treppenhaus hoch und hinunter gelangen.

Für Dieter Pütter (80) und Karlheinz Steyer (76) sind die Stufen trotz ihres hohen Alters zwar kein Problem, denn die beiden sind körperlich noch fit. Doch Menschen mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen können sie nicht bewältigen. Diesen Missstand wollen die beiden Senioren von der Initiative „Junge Alte mischen sich ein“ ändern.

Im November haben sie sich an Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD) gewandt und angeregt, in den Schlossgaragen einen Aufzug einbauen zulassen. Da der angedachte Umbau des Friedensplatzes aus Kostengründen vorerst auf Eis gelegt wurde, solle man den Fahrstuhl davon unabhängig angehen. Denn der Zustand sei für Betroffene „ein unhaltbarer“. Dies gelte umso mehr angesichts des Anschlusses der Stadt an die Erklärung europäischer Städte, den öffentlichen Raum barrierefrei und uneingeschränkt nutzbar zu machen. Das Baudezernat hat darauf geantwortet und den „jungen Alten“ grundsätzlich Recht gegeben. Allerdings seien die Schlossgaragen nicht Eigentum der Stadt. Sie gehören laut Angaben der Pressestelle einem Immobilienunternehmen in München. Betrieben wird das Parkhaus seit 2002 von Q-Park.

Weiter heißt es, bei einer Abstimmung im Oktober 2008 mit dem Eigentümer und Betreiber sei ein Neubau des Tiefgarageneingangs inklusive Umbau in Aussicht gestellt worden. Doch im Frühjahr 2009 habe Q-Park mitgeteilt, dass dies nach wirtschaftlichen Überlegungen nicht weiter verfolgt werde. Als Nicht-Eigentümerin habe die Stadt keinen Einfluss auf die Gestaltung des Parkhauses, sagt Pressesprecherin Sigrid Dreiseitel – auch wenn ihr daran gelegen sei, die Schlossgaragen angesichts der zentralen Lage als Anlaufstelle auch für Menschen mit Behinderungen nutzbar zu machen.

Bei Q-Park scheint indes wieder Bewegung in die Sache zu kommen, wie Sprecherin Peggy Lange betont: „Alle unsere Eigentumsobjekte sind auf dem höchsten Stand der Barrierefreiheit.“ Am Friedensplatz habe man mit dem Eigentümer jedoch bislang keine Lösung finden können. Derzeit strebe man an, die Schlossgaragen zu übernehmen und barrierefrei umzubauen. „Wir wollen das unbedingt ändern.“

Wann das soweit ist, ließ Lange offen. Doch eins stellt sie schon jetzt in Aussicht: Dieter Pütter hatte als kleine Lösung vorgeschlagen, an der Garagen-Einfahrt einen Hinweis auf die Nicht-Barrierefreiheit anzubringen, damit gehbeschränkte Menschen gar nicht erst hineinfahren. „Gute Idee, machen wir so schnell wie möglich“, sichert Lange zu. (aw)

Auch interessant

Kommentare