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Offenes Ohr für Senioren

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Ulrike Häberle  ist eine von sechs Engagierten.
Ulrike Häberle ist eine von sechs Engagierten. © Roman Grösser

Sechs Sophia-Telefonpaten kümmern sich in Darmstadt und den angrenzenden Landkreisen um ältere alleinstehende Menschen. Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, ein Gespräch zu führen, sind wichtig.

"Ich zeige Ihnen mal mein Studio“, sagt Ulrike Häberle (53) und betritt einen Raum, in dem ein Computer, Monitore, ein Telefon und eine Webcam stehen. Wenige Mausklicks sind nötig, bis sich ein Bildschirmmenü öffnet, das Häberle routiniert bedient. Fenster blinken auf, Telefonnummern sind zu sehen, Namen und Angaben zu Erkrankungen, Familiensituation oder auch Hobbys.

Mehrere Stunden in der Woche sitzt Häberle hier in ihrem Sozial-Callcenter und führt pro Stunde im Schnitt vier Gespräche mit Senioren, die allein wohnen und sich mitteilen möchten. Die Informationen im Computer geben ihr Hintergrundwissen, doch längst kennt Häberle die Menschen am anderen Ende der Leitung genau.

Lebenserfahrung ist wichtig

Sie ist eine von derzeit sechs Telefonpaten bei Sophia Hessen. Das steht für Soziale Personenbetreuung – Hilfen im Alltag. Ulrike Häberle ist von Anfang an dabei. „Ich identifiziere mich sehr mit diesem Verein“, sagt sie. Dienstag ist ihr Telefontag, jedem Paten ist ein Tag zugeordnet. Wenn sie gebraucht werde, springe sie auch ein. „Das Wort Ehrenamt mag ich nicht“, sagt sie. „Ich schenke meine Zeit und bekomme dafür ein Geschenk zurück.“

70 Senioren, bislang ausschließlich Frauen, werden derzeit von Sophia Hessen in Darmstadt und den angrenzenden Landkreisen betreut, sechs davon ruft Ulrike Häberle regelmäßig an. „Es sind oft tiefgründige Gespräche“, sagt sie. Wichtig sei ihr der kontinuierliche Kontakt, um etwa mitzubekommen, wenn Senioren abzudriften drohten in Richtung Demenz. Manchmal entwickelt sich daraus auch ein engerer Kontakt.

„Eine gewisse Lebenserfahrung sollten unsere Ehrenamtlichen schon mitbringen“, sagt Kai Poschmann, Leiter der Darmstädter Servicezentrale. Denn manchmal würden die Telefonpaten auch mit Themen wie Krankheit oder dem Tod eines Angehörigen konfrontiert. Einfühlungsvermögen sei wichtig, aber auch die Fähigkeit, ein Gespräch zu führen.

Für Neulinge gebe es ein Einführungsprogramm, bei dem sie in die Technik und je nach Bedarf auch in die Gesprächsführung eingearbeitet werden. (eda)

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