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Ökologisches Wohnquartier statt Parkplatz

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Von: Jens Joachim

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Der Marienplatz in Darmstadt: Noch wird das Gelände als Parkplatz genutzt, künftig könnte hier gebaut werden.
Der Marienplatz in Darmstadt: Noch wird das Gelände als Parkplatz genutzt, künftig könnte hier gebaut werden. © Renate Hoyer

Die Stadt Darmstadt lobt einen Realisierungswettbewerb für den Marienplatz aus und plant eine qualitätsvolle Bebauung auf der Brachfläche in der Innenstadt.

Der Marienplatz ist eine der letzten großen Brachflächen in der Darmstädter Innenstadt. Derzeit wird das 1,4 Hektar große Areal westlich der Heidelberger Straße als Parkplatz genutzt. Das Grundstück ist zugleich Bindeglied zwischen der Kernstadt und den später entstandenen Stadtquartieren. Die Stadt will nun einen Realisierungswettbewerb ausloben, um die Bebauung des Platzes, auf dem einst eine Kaserne stand, voranzubringen. Das hat der Magistrat beschlossen. Oberbürgermeister Jochen Partsch und Planungsdezernentin Barbara Boczek (beide Grüne) äußerten, Intention sei es, im Stadtzentrum „ein attraktives urbanes und hochwertiges Wohnquartier mit hoher ökologischer Qualität“ zu schaffen.

Der Magistrat hat auch beschlossen, ein Büro mit dem Wettbewerbs- und Verfahrensmanagement zu beauftragen. Planungsdezernentin Boczek verspricht sich von dem Wettbewerb, überzeugende Konzepte zu erhalten, wie die große Baulücke in der Stadtmitte mit einer „prägnanten, qualitätsvollen Baustruktur geschlossen und optimal genutzt werden kann“. Gefordert werde, bezahlbaren, zielgruppengerechten, energieeffizienten, ökologischen und städtebaulich attraktiven Wohn- und Lebensraum zu schaffen, so Boczek.

In der Vergangenheit wurden bereits verschiedene Verfahren zur Planung des Marienplatzes durchgeführt. Zu einer Realisierung kam es jedoch nicht. So verwarf die Stadt auch die Idee, auf dem Areal ein neues Rathaus zu errichten. Nun soll das Gelände „unter Berücksichtigung aktueller inhaltlicher Anforderungen entwickelt werden“, wie es in der Magistratsvorlage heißt, mit der sich nun die städtischen Gremien beschäftigen werden.

Nach Angaben der Stadt ist beabsichtigt, den städtebaulichen Realisierungswettbewerb als Investoren- und Planungswettbewerb mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb durchzuführen. Der Teilnahmewettbewerb soll dazu dienen, die Eignungsvoraussetzung der Bewerber zu ermitteln und die Zahl der Bieter einzugrenzen. Da der Bewerberkreis beschränkt werden soll, handelt es sich um einen „begrenzt offenen Wettbewerb“.

Laut Boczek sollen fünf Bewerber gesetzt werden und weitere fünfzehn im Rahmen des Wettbewerbs zur Teilnahme ausgewählt werden. Zugleich sollen ausschließlich Arbeitsgemeinschaften aus Investoren und Planungsbüros zur Teilnahme am Wettbewerb zugelassen werden. Die Stadt Darmstadt wird zugleich als Ausloberin des Wettbewerbs versprechen, einen der Preisträger des Wettbewerbs mit der weiteren Planung und Realisierung des Projekts zu beauftragen. Vor dem Hintergrund des großen Wohnungsdrucks in Darmstadt soll auf dem Marienplatz eine dichtere Bebauung als im Umfeld ermöglicht werden. Der soziale Wohnungsbau soll zu einem Viertel, die Mittelstandsförderung zu einem Fünftel berücksichtigt werden.

Geplant ist auch, zwei Bürgerinnen oder Bürger als Sachverständige ohne Stimmrecht in die Preisgerichtsjury aufzunehmen. Nach Abschluss des Wettbewerbs sollen die Wettbewerbsbeiträge in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Stadt machte zunächst keine Angaben, bis wann der Wettbewerb abgeschlossen werden soll.

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