windkraft-silberberg1_300920
+
Windpark Silberberg: Der Kran hievt die verschiedenen Module aufeinander.

Ober-Ramstadt

Windräder auf dem Silberberg fast fertig

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
    schließen

Im Naherholungsgebiet in Ober-Ramstadt bei Darmstadt entsteht der „Windpark Silberberg“. Demnächst soll die Anlage ans Netz gehen.

Drei gigantische Rotorenblätter liegen schon parat, auch weitere Turmelemente, die in der kommende Woche aufgesetzt werden sollen, lagern am Waldrand und ein Teil eines Windrads steht bereits: Der „Windpark Silberberg“ in Ober-Ramstadt nimmt Gestalt an. Das erste der beiden 135 Meter hohen Windkrafträder soll in einer Woche fertiggestellt werden.

Noch in diesem Jahr sollen die Anlagen ans Netz gehen. Ober-Ramstadt ist damit der letzte von fünf Standorten im Landkreis Darmstadt-Dieburg, der sich laut Teilplan Erneuerbare Energien für die Nutzung von Windenergie überhaupt eignet. Die Anlagen in Roßdorf, Groß-Umstadt, Modautal und Seeheim-Jugenheim wurden bereits umgesetzt.

Turmelemente warten auf den Aufbau.

Seit 2012 war der Standort Silberberg, der in einem der wichtigsten Naherholungsgebiete der Kommune liegt, bereits im Gespräch, wie Bürgermeister Werner Schuchmann (SPD) am Dienstag bei einer Begehung der Baustelle sagte. Ursprünglich waren dort drei Windräder geplant.

Wie so oft, regte sich Widerstand aus der Bürgerschaft. Die Initiative Gegenwind machte mobil. Nachdem das Vorkommen von Rotmilanen bewiesen war, zog die Betreiberfirma Energie Baden-Württemberg (EnBW) den Antrag für eine von drei Anlagen zurück. Die Genehmigungszeiten seien oftmals „fünfmal so lange, wie vom Gesetzgeber vorgegeben“, moniert Manfred Haberzettel, Leiter der Geschäftsentwicklung bei EnBW.

Blick ins Innere eines Windrades.

Um die Genehmigungsprozesse zu beschleunigen, habe das Land jetzt einen Naturschutzleitfaden für die Verwaltungen entwickelt, sagte Staatssekretär Jens Deutschendorf vom hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. „Wir brauchen die Windkraft in Hessen für die Energiewende“, betonte Deutschendorf. Leider sei der Windkraftausbau 2019 nahezu zum Erliegen gekommen. Jetzt nehme er wieder an Fahrt auf: Zehn neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 30,2 Megawatt seien im ersten Halbjahr 2020 dazugekommen.

Auch die Rotorenblätter liegen schon bereit zum Zusammenbau.

Um die Toleranz in der Bevölkerung zu steigern, soll es auch in Ober-Ramstadt über die Verpachtung des städtischen Geländes hinaus eine Beteiligung der Bürger geben. Immerhin könnten rein rechnerisch 5000 der 7500 Haushalte in der Kernstadt künftig mit klimaneutralem Strom versorgt werden, so Schuchmann. Die Verzögerung der Genehmigung habe auch Vorteile gehabt. Dadurch würden nun leistungsstärkere Anlagen mit einer Leistung von je 4,3 Megawatt und modernster Technik verbaut. Die geschätzte CO2-Einsparung liegt laut EnBW bei insgesamt 12 000 Tonnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare