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„Kampfansage an Rechtspopulisten“: Kerstin Lau kandidiert bei OB-Wahl in Darmstadt

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Von: Claudia Kabel

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Uffbasse-Fraktionschefin Kerstin Lau tritt zur Oberbürgermeisterwahl in Darmstadt an.
Uffbasse-Fraktionschefin Kerstin Lau tritt zur Oberbürgermeisterwahl in Darmstadt an. © Privat

Ihre Kandidatur sei eine „Kampfansage an Menschenverachter und Rechtspopulisten“, sagt Kerstin Lau. Die Uffbasse-Fraktions-Chefin will Oberbürgermeisterin von Darmstadt werden.

Nun ist es raus: Kerstin Lau, Fraktionschefin und Mitbegründerin der Wählervereinigung Uffbasse, tritt zur Darmstädter Oberbürgermeisterwahl im März 2023 an. Das teilte Lau am Dienstag mit.

Es ist nicht das erste Mal, dass die 51-jährige Darmstädterin für das höchste Amt der Stadt kandidiert. Bereits 2017 holte sie 12,4 Prozent der Stimmen – ein beachtlicher Erfolg für eine Außenseiterkandidatin. Im Stadtparlament ist die unkonventionelle Wählervereinigung aktuell mit fünf Sitzen vertreten. Nach der Kommunalwahl 2016 war Uffbasse politischer Kooperationspartner von Grünen und CDU. Vergangene Woche hatte eine Bürgerinitiative Lau dazu aufgefordert zu kandidieren, weil man keinem der bisherigen Bewerber:innen das Amt zu traue.

OB-Wahl in Darmstadt: Von der Punkerin zur Stadtverordneten

Die aus einer Arbeiterfamilie stammende Diplompädagogin arbeitet seit 2002 bei der Deutschen Telekom, machte eine Zusatzausbidung zur Mediatorin, durchlief ein Führungskräfteentwicklungsprogramm und sitzt im Aufsichtsrat der Heag.

Auch politisch hat die früher in der Punkszene verortete Lau eine schillernde Karriere hingelegt: Anfang der 90er gründete sie die Wählervereinigung Uffbasse mit, um der Stadtpolitik auf die Finger zuschauen. Bei der Kommunalwahl 2004 holte man aus dem Stand zwei Mandate. Seit fast 20 Jahren macht sich Kerstin Lau nun im Stadtparlament stark für soziale Gerechtigkeit, Diversität, Inklusion, Solidarität und Menschlichkeit. Ihre Vision für Darmstadt ist eine Stadt für alle: „Eine Stadtgesellschaft, die keine Verlierer produziert und von Wertschätzung, Respekt und Verantwortung füreinander geprägt ist und Teilhabe ermöglicht.“

Kandidatinnen und Kandidaten

Zur OB-Wahl treten außer Kerstin Lau (Uffbasse) Ordnungsdezernent Paul Wandrey (CDU), Umweltdezernent Michael Kolmer (Grüne), der ehemalige Vorsitzende der SPD Arheilgen Hanno Benz, der Dezernent für Digitales und Schule, Holger Klötzner (Volt) und die Apothekerin Gerburg Hesse-Hanbuch (FDP) an.

Oberbürgermeister Jochen Partsch regiert die Stadt seit 2011 und tritt nicht mehr zur Wiederwahl an. Er war das erste grüne Stadtoberhaupt, nachdem seit 1949 die SPD am Ruder war.

Die Wahl findet am 19. März 2023 statt, eine Stichwahl wäre am 2. April. cka

OB-Wahl Darmstadt: Lau will Blockbildung abschaffen

Um das zu erreichen, will sie als Oberbürgermeisterin die Stadtverordnetenversammlung und den Magistrat von der Blockbildung befreien, in der immer nur die Koalition ihren Willen durchsetze. Abgeordnete sollten ihrer Meinung nach ihrem Gewissen und ihrer Verantwortung abstimmen, nicht entlang der Vorgaben von Parteispitzen. „Es gilt, die beste Lösung zu finden, jede gute Idee ist willkommen“, zeigt sich Lau pragmatisch. Darmstadt solle zu einer Stadt werden, die ausreichend finanzierbaren Wohn- und Lebensraum für alle Einkommen bietet, Potenziale von Kindern und Jugendlichen fördert, kulturelle Vielfalt stärkt, nachhaltig wirtschaftet, baut und investiert und mit Umweltschutz Lebensqualität sichert.

In der Stadt ist die alleinerziehende Mutter von zwei Söhnen stark verwurzelt, unter anderem ist sie Mitbegründerin des Fanbündnisses Tradition hat Zukunft des SV Darmstadt 98.

Ihr Kandidatur sei auch „eine klare Kampfansage an alle Menschenverachter und Rechtspopulisten: Ihr habt keinen Platz in Darmstadt.“

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