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Notfallplan im Haus der Geschichte

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Für die Archive im Haus der Geschichte gibt es jetzt einen Notfallplan. Der Berufsfeuerwehr wurden sechs große Rollcontainer mit Materialien für Bergung und Erstversorgung der Kulturgüter übergeben.

Die vier Archive unter dem Dach des Hauses der Geschichte haben einen Notfallplan für etwaige Katastrophen erstellt: das Hessische Staatsarchiv Darmstadt, das Stadtarchiv Darmstadt, das Universitätsarchiv der TU Darmstadt und das Hessische Wirtschaftsarchiv. Zusammen bewahren sie 30 laufende Kilometer Akten, Urkunden, Fotografien, Filme und Tonbänder auf. Diese Materialien sind das Gedächtnis der Region. Das älteste Dokument, eine Urkunde, stammt aus dem Jahr 867, aus der Enkelgeneration von Karl dem Großen.

Jetzt wurden der Berufsfeuerwehr sechs große Rollcontainer mit Materialien für Bergung und Erstversorgung der Kulturgüter übergeben, zur Einlagerung auf Abruf: Werkzeuge, Transportkisten, Schutzausrüstung, Gummistiefel und Handschuhe für etwa 30 Personen sowie mehrere Rollen Stretchfolie. Bei Feuer- oder Wasseralarm brauchen die Feuerwehrleute nur eine Viertelstunde, um mit dieser Ausrüstung vorzufahren. Mit den Folien werden durchnässte Dokumente umwickelt, bevor sie gefriergetrocknet werden.

Welche verheerenden Schäden Feuer und Wasser anrichten können, zeigte Johannes Kistenich-Zerfaß, der Leiter des Staatsarchivs. Er demonstrierte, wie aufwendig es ist, „nicht mehr blätterbare“ Dokumente mit Feuchtigkeitsschäden wie Schimmel zu rekonstruieren.

Zwei Drittel des damals im Schloss aufbewahrten Archivguts waren 1944 beim Bombenangriff auf Darmstadt verloren gegangen oder wurden beschädigt. (pyp)

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