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Die Notaufnahme am Klinikum Darmstadt ist oft mit Patienten überfüllt.

Darmstadt

Notfälle, die keine sind

Klinik klagt über Patienten ohne akute Leiden.

Das Klinikum Darmstadt hat derzeit mit Beschwerden von Patienten zu kämpfen. Denn das Klinikum schickt täglich werktags nach eigener Auskunft 20 bis 30 Patienten weg beziehungsweise leitet sie zu einem niedergelassenen Arzt weiter, da dies Patienten sind, die „nach einer ersten Inaugenscheinnahme“ keine Notfälle sind. Nun sind Krankenhäuser gesetzlich gehalten und von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen dazu aufgefordert, diese sogenannten Selbsteinweiser, die weder bedrohlich erkrankt noch unzumutbare Schmerzen haben, an den Haus- oder Facharzt weiterzuleiten.

Als Selbsteinweiser werden Patienten bezeichnet, die weder über den Rettungsdienst noch über die Einweisung eines Arztes kommen. So geht die kommissarische ärztliche Leiterin der Zentralen Notaufnahme am Klinikum, Sabine Jobmann, davon aus, dass 20 Prozent der Patienten, die die Notaufnahme ansteuern, nicht ins Krankenhaus, sondern zu einem Haus- oder Facharzt gehören. Grund, dass diese Patienten nicht auf einen Termin beim Arzt warten wollen, ist offenbar, weil es zeitlich gerade günstig für sie erscheint, oder weil Symptome bereits über einen längeren Zeitraum verschleppt wurden.

Das Elisabethenstift verzeichnet im bisherigen Jahresverlauf unter den Patienten der Notaufnahme einen Selbsteinweiser-Anteil von 30 Prozent. Weggeschickt wird jedoch keiner. Die Konsequenz ist, dass diese Patienten trotzdem behandelt werden – jedoch erst wenn die akuten Notfälle versorgt wurden. Solche Patienten müssen oft mit langen Wartezeiten rechnen. (ers)

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