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Nordbad wird 2015 neu gebaut

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Studenten des Fachbereichs Architektur zeigen ihre Ideen zum Neubau des Nordbads. 2015 soll damit begonnen werden, der Architekturwettbewerb startet bereits im Sommer. Fest steht, dass ein neues Bad neben dem alten Gebäude entsteht.

Studentin Johanna Schulte hat in ihrem Entwurf das alte Lehrschwimmbecken des Nordbads kurzerhand in einen Seerosenteich verwandelt. Das große Sportbecken mit den 50-Meter-Bahnen würde sie trockenlegen, auffüllen, und am früheren Beckenrand stellt sie sich stufenförmige Sitzgelegenheiten vor. „Sie haben Anlässe für neue Nutzungen geschaffen“, lobt Heinz J. Vetter.

Der Professor am Fachbereich Architektur der Hochschule Darmstadt (HDA) bespricht am Samstag mit einem guten Dutzend Studenten im Atrium der HDA deren Entwürfe zur Neugestaltung des Nordbads, die sie während ihres Masterstudiums angefertigt haben. Bei der Planung mussten die Studenten berücksichtigen, dass der Neubau entsteht, derweil im alten Bad der Betrieb weiterläuft. Auch sollten die funktionalen und räumlichen Zusammenhänge zwischen Hallenbad, Freibad und Clubheim verbessert werden. Bei der Präsentation dabei waren Vertreter der Interessengemeinschaft (IG) Nordbad und einige Schwimmer. „Es sind tolle Ideen dabei, die sich die zuständigen Politiker unbedingt anschauen sollten“, sagt Michael Schwalm, Vorsitzender des Vereins IG Nordbad.

Ausstellung der Entwürfe

Dazu werden sie auch Gelegenheit haben. Eine öffentliche Ausstellung der Entwürfe ist geplant, außerdem wird Heinz J. Vetter die Ergebnisse in einem Katalog zusammenfassen und an Gremien der Stadt weiterreichen. Denn mit dem Neubau des in die Jahre gekommenen Nordbads wird es ernst, erklärt Sportdezernent Rafael Reißer (CDU). Mit dem Eigenbetrieb Bäder hat er einen Zeitplan für das weitere Vorgehen abgesprochen. Nach einem Workshop im Dezember mit Vertretern der Stadt sowie der im Nordbad aktiven Vereine und Schulen ist ein weiterer Workshop mit Bürgerbeteiligung Mitte März geplant. Ein Architekturwettbewerb soll im Sommer 2014 ausgelobt werden, Baubeginn dann im Herbst 2015 sein und die Fertigstellung ein Jahr später.

Fest steht laut Reißer, dass ein neues Bad auf der Grünfläche neben dem Nordbad entsteht, während dort der Schwimmbetrieb weiterlaufen kann. „Das ist schon wegen des Schulschwimmens und der Vereinsschwimmer unbedingt nötig.“ Sicher sei auch, dass ein Bad mit 50-Meter-Bahnen gebaut und die Planung dafür noch in diesem Jahr vergeben werde. „Wir hoffen, dass ein paar gute Ideen von den studentischen Entwürfen berücksichtigt werden“, sagt Schwalm. Wie etwa die Idee von Studentin Katarzyna Kulpa, die sich einen Neubau im Osten vorstellt und die Schwimmbadbesucher über einen Steg zu Freibad, Clubheim und Liegewiese führt. Die brückenähnliche Konstruktion hat ein gläsernes Dach sowie Fenster, die Wasserblasen ähneln, und eine Fassade, die mit Keramikstreifen in Blautönen verziert ist.

Kommilitonin Laura Baas verfolgt das Konzept einer „Aquarena“, also einer Kombination aus Wasser und Arena. Bis auf das DSW-Heim ist alles in einem Baukörper untergebracht: das Bad, Gastronomie, Nichtschwimmerbecken, Umkleide, Verwaltung, Therapiebereich. „Ganz gleich, wo man sich befindet, man hat wie in einer Arena immer Blick aufs Wasser“, lobt Heinz J. Vetter. Dass die meisten Studenten in ihren Entwürfen „Grenzen ausgelotet“ hätten, gefällt ihm gut. „Wir sind eher ein Laboratorium und möchten sehen, was geht und was nicht“, sagt Vetter. Die Studenten sollten schließlich keine konkreten Vorschläge zum Bauen machen: „Dies ist und bleibt Aufgabe der Architekten, und das ist auch gut so.“ (an)

Der nächste Workshop mit Bürgerbeteiligung beginnt am Dienstag, 18. März, um 19 Uhr im „Goldenen Löwen“ in Darmstadt-Arheilgen.

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