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Nordbad verteuert sich immens

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Schnell geht der Neubau des Nordbads nicht voran. Bereits 2011 stand das Bad auf der Tagesordnung.
Schnell geht der Neubau des Nordbads nicht voran. Bereits 2011 stand das Bad auf der Tagesordnung. © Claus Völker

Maximalvariante liegt derzeit bei 35,4 Millionen Euro / Traglufthalle soll Kosten sparen.

Der finanzielle Rahmen, den die Stadt für den Neubau des Nordbads einst vorgesehen hatte, wird komplett gesprengt. Das geht aus einer Magistratsvorlage hervor, die dieser Zeitung vorliegt. Die Vorlage wurde zwar mittlerweile zurückgezogen, weil Bürgermeister und Sportdezernent Rafael Reißer (CDU) noch ein paar Dinge neu durchrechnen lassen will, doch es bleibt: Das Nordbad wird viel, viel teurer.

Auf 17 Millionen Euro hatte Reißer noch Anfang des Jahres die Neubaukosten taxiert. Nach einer Überarbeitung der Ergebnisse des im vergangenen Jahr durchgeführten Architektenwettbewerbs stehen in der Vorlage nun drei Varianten zur Wahl. Die günstigste kostet immer noch 29,6 Millionen, die teuerste 35,4 Millionen Euro.

Noch im Jahr 2011 waren die Kosten auf 13 Millionen Euro festgelegt worden. „Ein erster Fehler“, urteilt Reißer heute. Auf die Frage, warum ein Bad auf einmal um mindestens zwölf Millionen Euro teurer wird, nennt Reißer als Grund die geplante Unterkellerung des Bades. Für Reparaturen und Wartung sei es wichtig, um das Bad herumgehen zu können.

In der Grundvariante (29,6 Millionen Euro) werden laut Vorlage „alle Anforderungen an ein sportorientiertes, funktionales Hallenbad“ erfüllt. Vorgesehen sind: Ein 50-Meter-Wettkampfbecken mit acht Bahnen, ein 25-Meter-Mehrzweckbecken mit sechs Bahnen und Sprungturm, ein Bewegungsbecken und ein Lehrschwimmbecken. Bis auf Sitzstufen und Sitzbänke sind keine weiteren Aufenthaltsflächen vorgesehen. Ebenfalls ein Malus ist, dass das Freibad unverändert bestehen bleibt, die veraltete Technik nicht erneuert wird.

Die Zwischenvariante (32,6 Millionen Euro) sieht beim Mehrzweckbecken nur noch fünf Bahnen vor. Dafür wird aber eine neue Tribüne mit einem separatem Zugang geschaffen. Der Zugangsbereich von Umkleiden in den Badebereich soll außerdem erweitert werden. Ferner sind zusätzlich Startblöcke auf beiden Seiten des Wettkampfbeckens vorgesehen.

Die Maximalvariante (35,4 Millionen Euro) sieht vor, das Lehrschwimmbecken auf 20 mal 16 Meter zu verbreitern, dafür wird das 25-Meter-Mehrzweckbecken verkleinert. Das Angebot an Umkleiden soll erweitert werden. Die teuerste Variante sieht im Außenbereich zahlreiche Verbesserungen vor: Eine sieben Meter breite Sonnenterrasse, eine hölzerne Liegefläche neben dem Lehrschwimmbecken und ein zusätzlicher Spielbereich für Kleinkinder.

Derzeit würden noch Einsparpotenziale von zwei bis drei Millionen Euro geprüft. Um nun Baukosten und Bauzeit zu reduzieren, soll die Interimsnutzung durch eine Traglufthalle für das DSW-Freibad und Lehrbecken ermöglicht werden. Eine halbe Millionen Euro würde das schätzungsweise kosten. Zeitlich ist der Bau nun reichlich in Verzug, erst nach den Sommerferien kommt eine Beschlussvorlage ins Stadtparlament. (hin)

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