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Noch kein Plan fürs Nordbad

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Diese Ansicht des Nordbads wird bald Geschichte sein.
Diese Ansicht des Nordbads wird bald Geschichte sein. © Claus Völker

Beim Architekturwettbewerb wird zunächst kein Siegerentwurf gekürt. Auf Basis der vier ausgezeichneten Entwürfe werde man nun detaillierte Kriterien für den Neubau des Nordbads entwickeln.

Wie das neue Nordbad in Darmstadt einmal aussehen wird, steht nach dem Vorentwurfswettbewerb noch nicht fest. 13 Teams aus Architekten und Landschaftsplanern hatten sich bei dem Wettbewerb zum Neubau beteiligt. Ausgelobt wurde er von den Eigenbetrieben Bäder und dem Immobilienmanagement. Da keiner der Entwürfe die Komplexität der gestellten Aufgabe abschließend lösen konnte und um zu dokumentieren, dass im weiteren Verfahren noch zahlreiche Änderungen einzuarbeiten sind, hatte das Preisgericht beschlossen, keinen ersten Preis zu vergeben. Stattdessen gab es zwei zweite Plätze. Zwei weitere Entwürfe wurden mit Platz drei und vier ausgezeichnet.

Im Wettbewerb hatten die Architekten nicht nur die Aufgabe, eine neue Schwimmhalle mit unterschiedlichen Angeboten für Sportler, Familien und Behinderte zu planen, sondern auch ein Konzept dafür zu entwickeln, dass der Neubau bei laufendem Betrieb realisiert werden kann.

Die dafür jeweils mit Platz zwei ausgezeichneten Entwürfe sehen dafür unterschiedliche Konzepte vor: Das pbr Planungsbüro Rohling aus Braunschweig mit den Kölner Landschaftsarchitekten Club 94 favorisieren einen Neubau nördlich des bestehenden Hallenbads und einen anschließenden Abriss des alten Gebäudes. Das Freiburger Büro Sacker-Architekten und die Landschaftsarchitekten Henne und Korn wollen dagegen Abbruch und Neubau in drei Etappen am jetzigen Standort realisieren.

Jetzt werden detaillierte Kriterien entwickelt

„In diese beiden möglichen Szenarien lassen sich auch alle anderen Entwürfe eingliedern“, erklärte der Vorsitzende des Preisgerichts Johann Eisele gestern bei der Verleihung. Das Preisgericht habe bewusst darauf verzichtet, ein Votum für eine dieser beiden Varianten abzugeben. Diese Entscheidung könne erst nach Klärung weiterer Details im weiteren Vergabeprozess getroffen werden. Eisele hob die klare Gliederung und Besucherführung im Entwurf von pbr/Club 94 hervor. Unterschiedliche Höhenanforderungen, beispielsweise im Sprungturmbereich, seien darin gut gelöst.

Dagegen zeichne sich der Freiburger Entwurf durch seinen „minimalistischen Ansatz in Konstruktion und Kubatur“ aus, lobte Baudezernentin Cornelia Zuschke (parteilos). So kommt dieser Plan mit einem Kassenbereich für Hallen- und Freibad aus.

Die sich aus den Entwürfen ergebende Wegebeziehung innerhalb des Bades wurde vom Preisgericht – in dem neben Architekten auch Schwimmbadsachverständige und Vertreter städtischer Ämter und Vereine waren – ebenso erörtert wie die Trennung von Schwimmer- und Nichtschwimmerbereichen.

Sportdezernent Rafael Reißer (CDU) hob hervor, dass es im Vorfeld des Planungswettbewerbs gelungen sei, mit allen Beteiligten, darunter Sportvereine und Schulen, den künftigen Bedarf abzuschätzen. Auch Ersatzkapazitäten für das ebenfalls sanierungsbedürftige Schul- und Trainingsbad an der Heinrich-Fuhr-Straße sowie das Therapiebecken in der Christoph-Graupner-Schule seien einkalkuliert.

Auf Basis der vier ausgezeichneten Entwürfe werde man nun laut Zuschke detaillierte Kriterien für den Neubau des Nordbads entwickeln. Zuschke zeigte sich zuversichtlich, dass innerhalb der nächsten sechs Monate eine Entscheidung darüber gefällt werde, welches Architekturbüro den Zuschlag erhalte.

Pläne und Modelle des Wettbewerbs werden bis Dienstag, 28. Juli, von 16 bis 19 Uhr im Nordbad ausgestellt. (wka)

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