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Neustart im Kindergarten

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Den Quereinstieg in die Erzieherausbildung bietet ein vom Europäischen Sozialfonds bezuschusstes Projekt am Elisabethenstift.
Den Quereinstieg in die Erzieherausbildung bietet ein vom Europäischen Sozialfonds bezuschusstes Projekt am Elisabethenstift. © Hirtz

Das Elisabethenstift bietet 25 Plätze für Quereinstieg in den Erzieherberuf. Das Konzept sieht vor, schulische und praktische Ausbildung in einem dualen System zu verbinden.

Nach den Sommerferien startet an der Pädagogischen Akademie Elisabethenstift (PAE) in Darmstadt für zunächst 25 Teilnehmer das europäische Modellprogramm „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas“. Hierbei haben Berufsfremde erstmals die Möglichkeit, in drei Ausbildungsjahren den Beruf des Erziehers zu erlernen, ohne dafür Vorkenntnisse vorweisen zu müssen. Für die berufsbegleitende Teilzeitausbildung hat die PAE den Projektzuschlag vom Bund erhalten.

Das Konzept sieht vor, schulische und praktische Ausbildung in einem dualen System zu verbinden. Eine existenzsichernde Vergütung wird durch die PAE als Projektträger gewährleistet. Diese erhält dafür aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) 1,2 Millionen Euro für drei Ausbildungsgänge.

„In der Vergangenheit gab es bereits ein ähnliches Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hatte mehr männliche Erzieher in die Kitas zu bringen“, erklärt Roland Hauptmann, Geschäftsführer der PAE. „Nun haben wir für ein reines Ausbildungs-Programm plädiert. Dieses macht deutlich, dass beide Geschlechter nötig sind.“

Darüber hinaus trage der erhebliche Platzausbau der Kitas besonders im Bereich der U 3-Betreuung dazu bei, dass mehr Fachkräfte benötigt würden. Hier genüge es nicht mehr, nur die klassische Zielgruppe anzusprechen, denn der Bedarf sei so, vor allem in den Ballungszentren, alleine nicht zu decken.

Der Bund habe zudem deutlich signalisiert, die Ausbildungsstrukturen zu ändern. „Die normalen Vollzeitausbildungsangebote zum Erzieher reichen nicht mehr aus, es braucht auch berufsbegleitende Teilzeitausbildungen“, sagt Geschäftsführer Roland Hauptmann.

Halbes Jahr kürzer

Die klassische Teilzeitausbildung gibt es an der PAE bereits. Auch hier arbeiten die Studierenden neben der Ausbildung in pädagogischen Einrichtungen. Doch das ESF-Modellprogramm ist ein halbes Jahr kürzer und wird von zwei Koordinatorinnen begleitet, um die Verzahnung von Theorie und Praxis zu gewährleisten.

Insgesamt starten an der PAE sieben Klassen ins neue Schuljahr, drei davon befinden sich in der Teilzeitausbildung. Noch vor fünf Jahren habe es nur die Vollzeitform der Erzieher-Ausbildung gegeben, erinnert sich Hauptmann. Dies mache deutlich, wie radikal sich die Ausbildungslandschaft schon jetzt verändert habe.

Iris Richter, gelernte Bankkauffrau, hat einen der begehrten Ausbildungsplätze bekommen und ist glücklich: „Erzieherin war immer mein Traumberuf, doch damals, unter dem Druck der Eltern, habe ich Bankkauffrau gelernt. All die Jahre war ich der Meinung, zu alt für eine neue Ausbildung zu sein – dieses Modellprogramm ist nun genau das Richtige für mich“. Die künftige Klasse sei bunt gemischt, was die ursprünglichen Tätigkeiten, die Nationalitäten und das Alter der Teilnehmer angehe, berichtet Dagmar Giebenhain, Leiterin der evangelischen Ausbildungsstätten.

Der Andrang ist groß, mehr als 100 Bewerber gab es für die 25 Plätze. Im kommenden Jahr wird deshalb eine zweite Klasse starten. Generell könne man wohl davon ausgehen, dass dieses Projekt auch nach seinem Ende Auswirkungen haben werde, erklärt Jana Birkenbusch, Koordinatorin für die Fachschule. „Es muss dann geprüft werden, wie man das Modell verstetigen kann.“ (eda)

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