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Neues Leben im Schlosskeller

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Noch wird im Schlosskeller gewerkelt; am Mittwochabend ist Wiedereröffnung.
Noch wird im Schlosskeller gewerkelt; am Mittwochabend ist Wiedereröffnung. © Claus Völker

Der Studenten- und Partytreff Schlosskeller ist nach fast einem halben Jahr Sanierung wieder offen. Inhaltlich soll sich hingegen vorerst nichts ändern. Und auch bei den Preisen sind keine Änderungen vorgesehen.

Seit Juli ist der studentisch getragene Schlosskeller geschlossen, weil er umfassend technisch saniert wird. Nach Verzögerungen soll an diesem Mittwoch Wiederöffnung sein. Beim benachbarten Künstlerkeller, ebenfalls seit Sommer zwecks Sanierung zu, ist die Fertigstellung noch nicht in Sicht.

Am Eingang des Schlosskellers geht es ähnlich zu wie in einem Bienenstock – nur schwirren hier statt Insekten Handwerker herum. Und jetzt kommt auch noch die neue Theke dazu: „Der Typ mit der Leiter muss weg“, ruft ein Mann der Inneneinrichtungsfirma vom Heck des Transporters die Treppe runter, dann wuchten sie das 200 Kilo schwere Tresenteil die Stufen hinab. Dort hängen nicht nur Kabel unangeschlossen aus Wänden, auch einige Nerven liegen blank.

„Die Mitarbeiter stehen schon in den Startlöchern“, sagt Jalal El Asri, Geschäftsführer des vom studentischen Asta getragenen Kultur- und Partygewölbes im Schloss. Die technische Sanierung, die seit Sommer läuft, hätte ursprünglich im Oktober fertig sein sollen. Doch gab es Verzögerungen. Warum? Wegen eines „erheblichen Wasserschadens“, antwortet Jörg Feuck von der Presseabteilung der Technischen Universität. Er versichert aber, dass der Keller am Mittwoch wieder öffnen wird. Angekündigt ist eine Tanzparty.

Für die Macher des Schlosskellers wird es höchste Zeit, denn die verlängerte Sanierungszeit hat einige Löcher gerissen. Zum einen personell: „Wir haben Super-Mitarbeiter verloren“, bedauert El Asri. Denn viele der Studierenden, die im Team arbeiten, finanzierten damit ihr Studium. Lange Einkommensausfälle seien da für manchen dramatisch, weswegen viele abgewandert seien. Zum Neustart sucht der Schlosskeller daher auch neue Kräfte.

Die Sanierungszeit hat auch auf der Einnahmenseite zu Einbußen geführt, der Geschäftsführer spricht von rund 100 000 Euro Umsatzverlust für sechs Monate ohne Betrieb. Da ihr Getränkestand am Heinerfest wegen der Baustellen im Schloss deutlich weniger eingebracht habe, hätten sie auch mit dieser wichtigen Einnahmequelle dieses Jahr nicht rechnen können.

Für große Partys keine Alternative

Zwar ist man mit einigen Kulturveranstaltungen an andere Orte ausgewichen und hat auch Vorträge teils woandershin legen können. „Aber für alle großen Partys bot sich keine Alternative“, sagt El Asri (52).

Der Geschäftsführer will dennoch nicht zu viel klagen: „Es ist sehr positiv, dass der Schlosskeller saniert wird“, betont er und begrüßt generell die vielen TU-Bautätigkeiten derzeit im Schloss und anderswo. „Das viele Bauen nervt zwar manchmal, aber es ist eine Bereicherung für die ganze Unilandschaft. „Davon profitieren auch wir.“

Wenn der Schlosskeller nun wieder seine Türen öffnet, wird er eine komplette Technikerneuerung hinter sich haben – von Elektrik und Heizung bis Lüftung und Sanitär. Besucher können sich über eine vierte Toilette freuen und das Personal über deutlich kürzere Laufwege. Denn mittels eines Durchbruchs wurde ein Zugang zum Getränkelager direkt hinter der Theke geschaffen, dort gibt es nun auch zwei Personaltoiletten. Und Getränke ausgeben werden sie über eine neue Edelstahltheke, die näher an das DJ-Pult herangerückt ist.

Inhaltlich soll sich hingegen vorerst nichts ändern, wie El Asri unterstreicht. „Wir versuchen, mit dem gleichen Programm weiterzufahren.“ Und obwohl nach der Sanierung mehr für Nebenkosten zu zahlen ist, soll sich an den studentenfreundlichen Preisen erst mal nichts ändern. „Wir wollen weiter nicht-kommerziell arbeiten.“

Allerdings geschieht dies nun in einem technisch modernisierten und aufgehübschten Setting, was El Asri auch mit Blick auf das anstehende Jubiläum freut: 2016 feiert der Schlosskeller 50 Jahre Bestehen. „Da hat er auch mal eine Renovierung verdient.“ (aw)

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