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Neues Führungsduo bei Grünen

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Die Mitglieder der Grünen wählen Hildegard Förster-Heldmann und Jürgen Deicke zu ihren Sprechern. Bei der Kreismitgliederversammlung gab es einen mehrstündigen Wahlmarathon.

Das ist eben eine lebendige Partei“, sagt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Yücel Akdeniz nach dem mehrstündigen Wahlmarathon. Dreier Wahlgänge bedurfte es am Mittwochabend bei der Kreismitgliederversammlung im Heiner-Lehr-Zentrum, bis das neue Führungsduo der Darmstädter Grünen feststand. Dreier Wahlgänge bedurfte es, bis sich der vom Vorstand gewünschte Kandidat Jürgen Deicke mit 39 Ja-Stimmen als zweiter Parteisprecher neben der problemlos mit 58 von 83 Stimmen wiedergewählten Hildegard Förster-Heldmann durchgesetzt hatte.

Zuvor hatte der nicht mehr kandidierende Parteisprecher Ulrich Pakleppa für den 44 Jahre alten Deicke, Dozent an der Wilhelm-Büchner-Fachhochschule in Pfungstadt, geworben. Deicke ist seit gut drei Jahren Mitglied der Grünen, aber über die Partei hinaus noch nicht bekannt. Sein Gegenkandidat war ein lang gedienter Grüner: Robert Ahrnt, früherer Stadtplaner in der Darmstädter Bauverwaltung und zuletzt Landtagswahlkandidat im Wahlkreis 50. Der sah sich gleich Kritik von Mitgliedern und damit einem alten Thema konfrontiert: Er habe sich für die inzwischen von den Grünen abgelehnte Nordostumgehung ausgesprochen. „Wie stehst Du dazu?“, wollte ein Grüner wissen.

Kommunalwahl im Blick

In der Folge entspann sich eine Diskussion über das längst zu den Akten gelegte Straßenprojekt. Ahrnt erklärte, dass er als Stadtplaner die Umgehung durchaus als „verkehrstechnisch sinnvolle Maßnahme“ sehe. Als damaliger Kreistagsabgeordneter habe er aber gegen das Vorhaben gestimmt. Er erinnerte daran, dass Darmstadts Grüne zunächst für die Umgehung gewesen seien und dies seinerzeit auch im Koalitionsvertrag mit der SPD festgeschrieben hätten.

Das wollte Jochen Partsch, heute Oberbürgermeister und zu rot-grünen Zeiten Fraktionschef und später Sozialdezernent, so nicht stehen lassen: „Wir haben unsere Zustimmung an Bedingungen geknüpft“ und letztendlich dafür gesorgt, das Vorhaben zu beenden. Aber auch daran gab es Kritik durch Zwischenrufe.

Trotz seiner Niederlage wertete es Ahrnt als Erfolg, dass „in der Partei wieder diskutiert wird. Auch über die Nordostumgehung“. Für Jürgen Deicke, der über die Leitung des Arbeitskreises Netzpolitik in der Partei Fuß gefasst hat, geht es nun darum, dass sich der neue Vorstand „als Team bildet und auf die Basis hört“.

Der Blick von Partei- und Fraktionsspitze ist auf die Kommunalwahl im nächsten Jahr gerichtet. Das wurde in den Redebeiträgen am Mittwochabend deutlich. Ziel müsse es sein, mindestens das Ergebnis von 2011 zu erreichen, als die Grünen stärkste Kraft in der Stadt wurden, forderte der scheidende Parteisprecher Ulrich Pakleppa: „Sonst würden wir uns ja mit weniger begnügen. (rf)

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