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Neuer Stadion-Standort gesucht

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Die Verhältnisse rund um das Traditionsstadion am Böllenfalltor sind beengt – die Ausbaupläne offenbar Geschichte.
Die Verhältnisse rund um das Traditionsstadion am Böllenfalltor sind beengt – die Ausbaupläne offenbar Geschichte. © Claus Völker

Die Stadt Darmstadt sieht zu viele Bedenken für ein neues Stadion am Böllenfalltor. Jetzt wird ein neuer Standort für die Sportarena der Lilien gesucht, auch im Landkreis.

Die Stadt Darmstadt verabschiedet sich von den Ausbauplänen am Böllenfalltor. Nach Informationen dieser Zeitung geht man nicht mehr davon aus, dass sich der Traditionsstandort für ein neues Stadion eignet. Ein Grund ist, dass es erhebliche Bedenken gibt, ob der Bebauungsplanentwurf genehmigungsfähig ist.

Nun will die Stadt gemeinsam mit dem SV Darmstadt 98 doch nach einem Alternativstandort suchen. Und dabei soll die Standortsuche nicht auf die Stadt begrenzt bleiben, sondern auf den Landkreis Darmstadt-Dieburg ausgeweitet werden. „Wir können bestätigen, dass es daher immer mal wieder Gespräche auch zur Stadionfrage gab, ohne dass da jedoch schon konkrete Standorte in der Diskussion waren“, sagt Frank Horneff, Pressesprecher des Landkreises, auf Anfrage. „Der Landkreis Darmstadt-Dieburg wird dem SV 98 als dem sportlichen Aushängeschild nicht nur der Stadt, sondern auch der Region, natürlich helfen, wenn der Verein Unterstützung und Rat aus der Region brauchen sollte.“

Bisher war als Alternativstandort nur von Arheilgen die Rede. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung äußerte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), dass der Standort den Anforderungen des Lärmschutzes nicht genüge. Auch das ist eines der rechtlichen Bedenken gegen den heutigen Standort am Böllenfalltor. Auch die Konversionsfläche an der Eschollbrücker Straße komme nicht infrage, weil es hierfür andere Planungen gebe.

Das Stadtparlament hatte noch Mitte Mai mehrheitlich einen Dringlichkeitsantrag der Uwiga abgelehnt, sich nach einem Alternativstandort umzusehen. Nur Uwiga und FDP hatten für dieses Ansinnen gestimmt.

Kritik aus der Opposition

Bis der neue Standort gefunden und bebaut ist, soll offenbar das alte Stadion am Böllenfalltor als Übergangsstadion dienen. Geplant ist möglicherweise ein Provisorium, wie einst bei Mainz 05. Die Stadt Wiesbaden wiederum hatte im Jahr 2007 innerhalb von nur vier Monaten ein Provisorium für 13 000 Zuschauer gebaut.

2013 hatte es eine Machbarkeitsstudie gegeben, in der verschiedene Standorte in der Stadt untersucht worden waren. Da Grün-Schwarz damals viele Einschränkungen zu einem neuen Standort gemacht hatte, blieb als geeignetster Standort das Böllenfalltor übrig. Damals war Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) davon ausgegangen, das Stadion ohne Bebauungsplanänderung umbauen zu können. 2014 kam die Stadt mit der damals neuen Baudezernentin Cornelia Zuschke dann zu einem anderen Schluss, weshalb ein Bauleitverfahren eingeleitet wurde. In einer Pressekonferenz nächste Woche sollen die neuen Entwicklungen dargestellt werden. Für den Betrieb des jetzigen Stadions hat der SV Darmstadt 98 eine Ausnahmegenehmigung der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Diese ist mit dem Ausblick erteilt worden, dass der Stadionausbau vorangeht.

„Es wird immer deutlicher, dass der Oberbürgermeister den Stadionneubau in Darmstadt nicht auf die Reihe bekommt“, sagt der Fraktionsvorsitzende der SPD, Michael Siebel. Daher wolle die SPD-Fraktion eine aktuelle Stunde zum Thema beantragen. Die SPD fordert nun auch, wie die FDP, alternative Flächen zu prüfen und zu erwerben. „Die grün-schwarze Stadtregierung ist mit ihren Umbauplänen für das Böllenfalltorstadion offensichtlich endgültig in der Sackgasse gelandet“, urteilt der sportpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Sven Beißwenger. (ers)

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