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Neue Werkhalle, neue Chancen

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An der Metallfräse in der neuen Werkhalle wird Mustafa Aydogmusoglu angelernt.
An der Metallfräse in der neuen Werkhalle wird Mustafa Aydogmusoglu angelernt. © André Hirtz

Ganz offiziell hat die Stadt Darmstadt jetzt die neue Werkhalle in Betrieb genommen, die sich die Erasmus-Kittler-Schule und die Peter-Behrens-Schule im Berufsschulzentrum Mitte an der Mornewegstraße teilen. Zehn Millionen Euro hat der Neubau gekostet.

Ganz offiziell hat die Stadt jetzt die neue Werkhalle in Betrieb genommen, die sich die Erasmus-Kittler-Schule und die Peter-Behrens-Schule im Berufsschulzentrum Mitte in der Mornewegstraße teilen. Zehn Millionen Euro hat der Neubau gekostet.

„Ich habe das Gefühl, auf dem Oberdeck eines Kreuzfahrtschiffes zu stehen“, sagte Gerhard Bruckmann, Schulleiter der Erasmus-Kittler-Schule zur offiziellen Inbetriebnahme der neuen Werkhalle. Der etwas sonderbar anmutende Vergleich hat auch damit zu tun, dass die sogenannte Werkhalle eigentlich gar keine Halle, sondern ein dreigeschossiges verglastes Schulgebäude ist, das nun beide beruflichen Schulen in der Mornewegstraße miteinander verbindet. Von einem „Leuchtturm“ spricht der Leiter der Peter-Behrens-Schule, Karlheinz Reeg.

520 Quadratmeter pro Etage

Auf jeder Ebene des zehn Millionen Euro teuren Neubaus befinden sich die Werkstattbereiche für die angehenden Medientechnologen Druck, Tischler, Mechatroniker oder Kfz-Mechatroniker. So betont auch Baudezernentin Cornelia Zuschke (parteilos) die Besonderheit des Baus, man habe die für die Ausbildung der Berufsschüler nötigen Maschinen „übereinander“ gestapelt.

Aus einem Nachteil heraus, nämlich dass wenig Platz an dem beengten Standort für den Neubau ist, hätten die Architekten (Büro Grüninger aus Darmstadt) ein Thema gemacht. Nun befinden sich im dritten Obergeschoss die schweren neu angeschafften Druckmaschinen, wo etwa auch der Siebdruck gelehrt wird.

Die Statik sei dabei noch die kleinste bauliche Herausforderung gewesen, erläutert Bernd Neis, Fachbereichsleiter im städtischen Eigenbetrieb Immobilienmanagement. Die Decken und Wände müssen akustisch so gedämmt sein, dass in den anderen Räumen ohne Beeinträchtigung unterrichtet werden kann. Auch die Abluftanlage müsse entsprechend eingebaut werden.

Auch der Brandschutz gehörte zu den anspruchsvollen Aufgaben der Planer. Der Grund, die Drucktechnik ins oberste Stockwerk zu legen, hat mit dem Licht zu tun. Schulleiter Gerhard Bruckmann spricht von dem Ateliercharakter, die Schüler sollen den Druck unter echtem Licht und nicht unter Kunstlicht beurteilen können.

Die Ausstattung hat insgesamt noch mal rund 1,55 Millionen Euro gekostet. Die Investition sei dringend nötig gewesen, sagen die beiden Berufsschulleiter. „Wir konnten in der alten Halle nicht mehr das abbilden, was in den Betrieben passiert“, meint Bruckmann. Allerdings mussten die Schulen auch eine fünfjährige Bauzeit in Kauf nehmen. Die lange Bauzeit sei der Komplexität geschuldet, so Zuschke.

520 Quadratmeter Fläche stehen pro Etage für Werkstatt und Fachklassen zur Verfügung. Im Erdgeschoss findet sich die Werkstatt für die Kfz-Mechatroniker. Bürgermeister und Schuldezernent Rafael Reißer (CDU) freut sich über die bauliche Entwicklung. Er kündigt für die nächsten Jahre weitere Sanierungsmaßnahmen an den beiden beruflichen Schulen an. Daher sei bereits ein benachbartes Gebäude angemietet worden, als Interimslösung für durch eine Sanierung wegfallende Unterrichtsräume.

Schulträger des Berufsschulzentrums ist zwar die Stadt Darmstadt, doch besucht wird sie auch von Schülern aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg. Daher waren auch der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Christel Fleischmann mit dabei und seine Worte dürften Darmstadts Schuldezernenten Reißer gefallen haben, denn „wir sollten über eine gemeinsame Schulträgerschaft reden“, so Fleischmann.

An Sanierungskosten beteiligt sich der Landkreis Darmstadt-Dieburg beispielsweise nicht gesondert, das sei über die Gastschulbeiträge von jährlich 130 000 bis 140 000 Euro abgegolten. Das Berufsschulzentrum nutzen mehr Schüler aus dem Kreis als aus der Stadt. (ers)

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