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Neue Heimat Kelley-Barracks

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Seit einigen Tagen sind die Kelley-Barracks zu einer Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen mutiert. Dabei hatte die Stadt sie eigentlich zur langfristigen Unterkunft von Flüchtlingen vorgesehen.

Schon auf den ersten Blick ist erkennbar, dass die Wohnungen in zwei Häusern der Kelley-Barracks nichts mit den bekannten Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge zu tun haben. Die nächtigen entweder auf Feldbetten in Zelten und in Containern oder in festen Unterkünften. Der Platz ist eng begrenzt, für Privatsphäre kaum ein Platz.

Ganz anders in den Kelley-Barracks: Dort sind die Zimmer mit Doppelstockbetten ausgestattet, neues Mobiliar wurde eingebaut, die Räume haben Nasszellen und Kleiderschränke. Denn sie waren für einen anderen Zweck als jenen gedacht, der ihnen jetzt zukommt. Ursprünglich wollte die Stadt Darmstadt dort nämlich Flüchtlinge dauerhaft unterbringen, die ihr zugewiesen werden. Deshalb wurden zwei Häuser der früheren US-Kaserne von Grund auf renoviert und als längerfristiges Quartier für rund 450 Kontingentflüchtlinge hergerichtet. Sogar ein eigenes Spielzimmer für Kinder ist da.

Eine Bitte aus Wiesbaden

Doch seit einigen Tagen sind die Kelley-Barracks zu einer Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen mutiert. Das Land hat dringenden Bedarf an weiteren Unterkünften und mit der Stadt in Verhandlungen die Übergabe der Kelley-Barracks erreicht. Darmstadt nutzt im Gegenzug die Jefferson-Siedlung, wo Platz für bis zu 1100 Kontingentflüchtlinge ist. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat versprochen, bis Weihnachten alle Flüchtlinge aus Zelten in feste Unterkünfte umgesiedelt zu haben. Deshalb die Umsiedlung in die Kelley-Barracks.

Im Fall Bensheim führt dies zu einigen Merkwürdigkeiten. Denn die Flüchtlinge ziehen nur wenige Tage vor der Fertigstellung der Wohncontainer auf dem Bensheimer Gelände nach Darmstadt um. Dadurch verlieren sie ihre Kontakte zu den vielen freiwilligen Helfern in Bensheim. Die Ausgaben für die Herrichtung der Kelley-Barracks will sich Darmstadt vom Land zurückholen. Bis zuletzt wurde fleißig gewerkelt. Im Thermo-Essenszelt mussten noch einige Bodenplatten verlegt und der Bereich für Essenszubereitung abgetrennt werden.

In den Wohnungen wurden Betten aufgebaut, auf dem Freigelände hat ein Gartenbauunternehmen Äste von Baumen abgeschnitten, damit dort bei Sturm keine Gefahr für Menschen besteht. Es gibt mehrere Wohnungen, die für Familien ausgelegt sind. Zu der regulären Einrichtung können noch Kinderbetten hinzugestellt werden.

Die Bensheimer Flüchtlinge kommen an diesem Wochenende nicht alle auf einmal nach Darmstadt. Um Gedränge zu vermeiden, fährt jeweils nur ein Bus mit 40 bis 50 Personen. Damit soll die Verteilung auf die Räume reibungslos laufen. (hde)

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