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Neue grüne Oase in der Stadt

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In Bessungen soll auf einem Minigolfplatz ein Nachbarschaftsgarten entstehen. Der nach Prüfung geschätzte Gesamtetat für eine Umwandlung der Fläche beträgt 40 000 Euro.

In den sechziger Jahren hatte Minigolf seine beste Zeit. Golf war der Sport für die betuchten Amerikaner, Minigolf die Freizeitbelustigung für die Bürger des westdeutschen Wirtschaftswunders. Diese Zeit ist vorbei. Seit Jahren liegt der Minigolfplatz im Prinz-Emil-Garten des Darmstädter Stadtteils Bessungen brach. Sein Betrieb war zu personalintensiv und nicht wirtschaftlich, „und der Bedarf für eine solche Anlage hat sich eben gewandelt“, resümiert Sandra Freitag, seit zwei Jahren Geschäftsführerin im Nachbarschaftsheim.

Seit Amtsübernahme hat Freitag an dem Projekt gedreht, aus dem brachliegenden Gelände etwas zu machen. Schnell geht da gar nichts. Das Gelände gehört der Stadt und ist vom Verein Nachbarschaftsheim nur angemietet. Exakt 3956 Quadratmeter umfasst das Gelände am südwestlichen Ende des englischen Landschaftsparks, inklusive Minigolfbahnen, Trennhecken und größerer Hütte.

Der nach Prüfung geschätzte Gesamtetat für eine Umwandlung der Fläche in einen Nachbarschaftsgarten beträgt 40 000 Euro. 27 000 werden aus Eigenmitteln aufgebracht, 13 000 hat man über Spenden eingenommen: Von der Interessengemeinschaft Bessunger Geschäftsleute gab es über eine Sammelaktion 2500 Euro, die Sparkasse legte 500 drauf und 10 000 Euro stehen bereit vom Ludwig-Metzger-Preis 2014.

4000 Quadratmeter Areal

Kreative Expertise hat man ebenfalls schon eingeholt. Die Gruppe Entwerfen und Regionalplanung des Architektur-Fachbereichs der Technischen Universität (Professor Julian Wékel und Anna Zdiara) hat über eineinhalb Jahre den Prozess begleitet und dem Vorstand des Nachbarschaftsheimes studentische Entwürfe zum Thema vorgestellt.

Viel Kreativität für eine relativ überschaubare Fläche: Entwürfe mit Hochbeeten, mit einer Lese-Insel, mit einer Bühne fürs Freilufttheater, mit Liegestuhl-Reihen in Südausrichtung, mit Spiel- und Sportgeräten wurden vorgestellt. Sandra Freitags eigene Vision ist ein Garten für alle Generationen, auch für junge Familien, ein offenes Klassenzimmer für Bessunger Grundschulen etwa, ein Garten fürs aktive Mitgestalten.

Bleibt noch das Problem mit den Altanlagen. Diese zu entfernen braucht den Einsatz von schwerem Gerät. „Das haben wir natürlich nicht“, sagt Freitag. Macht es die Stadt? Dafür müsste erst ein Etatposten eingestellt werden. „Das wird schwierig“, sagt Freitag. Aber weder aus Gründen der Ästhetik noch aus denen der Sicherheit können die Minigolfbahnen bleiben. Projektleiterin Freitag: „Die alten Bahnen wären halt doch arge Stolperfallen.“

Bürgerbeteiligung: Das Nachbarschaftsheim lädt für Donnerstag, 23. April, Bessunger Bürger und Institutionen ein zur Debatte um die künftige Nutzung des einstigen Minigolf-Geländes. Ort und Zeit: Schlösschen, ab 17.30 Uhr. Die Debatte wird professionell moderiert. (phg)

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