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Neue Energie auf dem Campus

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TU-Präsident Hans Jürgen Prömel geht bei der Besichtigung des Blockheizkraftwerks auf der Lichtwiese vorneweg.
TU-Präsident Hans Jürgen Prömel geht bei der Besichtigung des Blockheizkraftwerks auf der Lichtwiese vorneweg. © Claus Völker

Konsortium übernimmt Versorgung der TU und investiert 17 Millionen Euro bis 2030

Die Technische Universität (TU) hat nahezu den Energiebedarf einer Kleinstadt: Die 30 000 Studenten samt den Beschäftigten, die in den 160 TU-Gebäuden in der Innenstadt, auf der Lichtwiese und am Botanischen Garten lernen, arbeiten und forschen, verbrauchen jährlich etwa 54 000 Megawattstunden Strom, 62 000 Megawattstunden Wärme und 5000 Megawattstunden Kälte.

Um für die nächsten Jahre gerüstet zu sein, hatte die TU vor anderthalb Jahren in einer europaweiten Ausschreibung neue Partner gesucht. Der Zuschlag ging an ein Konsortium aus der Steag New Energies GmbH (Saarbrücken) und der Entega AG. „Es ist ein richtungsweisendes Projekt“, sagte Marie-Luise Wolff-Hertwig, Vorstandsvorsitzende der Entega, bei der Vorstellung der Pläne auf der Lichtwiese. Dass das Darmstädter Unternehmen mit dem Saarbrücker Partner zusammengefunden habe, sei keine Selbstverständlichkeit: „Wir waren früher Konkurrenten.“

Nun haben die beiden Unternehmen zueinandergefunden und sich gegen 14 Bewerber durchgesetzt. Das Konsortium hat einen Vertrag unterzeichnet, der bis Ende 2030 läuft. Geplant ist, in den nächsten Jahren nicht nur Energie zu sparen, sondern auch die Umwelt zu schonen. Ziel ist es, bis zu 175 000 Tonnen Kohlendioxid einzusparen.

Es ist ein Großprojekt, das der neue Energiedienstleister auf der Lichtwiese stemmt. Laut Wolff-Hertwig investiert das Konsortium 17 Millionen Euro. Unter anderem sei geplant, die bestehenden Anlagen zu modernisieren und ein neues Blockheizkraftwerk und eine Absorptionskältemaschine zu errichten. Auf dem Campus Lichtwiese soll zudem ein drei Kilometer langes Kältenetz entstehen, mit dessen Hilfe unter anderem der Hessische Lichtenberg-Hochleistungsrechner energieeffizient gekühlt werden soll.

Die Zusammenarbeit hat Potenzial für die ganze Stadt. Die TU sei der erste Kunde, so die Entega-Chefin, weitere Anfragen lägen vor. Geplant ist, das TU-Netz an das bestehende Fernwärmenetz der Entega anzubinden, um so den primären Energiefaktor zu senken und die Kohlendioxid-Bilanz zu verbessern. Davon profitiert die TU wiederum bei künftigen Neubauten und energetischen Sanierungsmaßnahmen. „Wir können dann bis zu zehn Prozent der Bausumme einsparen“, so TU-Kanzler Manfred Efinger.

Was die Energieeffizienz angehe, soll die Lichtwiese zum Mustercampus werden. Bereits heute werden über das 20 Kilometer lange Fernwärmenetz der TU unter anderem das Jugendstilbad, das Justus-Liebig-Haus, mehrere Schulen, Gerichte sowie das Regierungspräsidium und das Landesmuseum versorgt.

Wie wichtig das Thema Energie auch in der Forschung ist, das zeigt die Eröffnung der interdisziplinär entworfenen ETA-Fabrik nächsten Mittwoch, 2. März, auf dem Campus Lichtwiese – direkt neben dem TU-Blockheizkraftwerk. Von den Maschinen über die Gebäude-Ausrüstung bis hin zur Gebäudehülle ist in dem Neubau alles darauf ausgerichtet, Energie optimal zu nutzen und den Energiebedarf merklich zu senken.

hin

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