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Neue Chance fürs Alte E-Werk

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Für das Alte E-Werk sieht Pfungstadts Bürgermeister Patrick Koch viele Nutzungsmöglichkeiten.
Für das Alte E-Werk sieht Pfungstadts Bürgermeister Patrick Koch viele Nutzungsmöglichkeiten. © Günther Jockel

Ein Runder Tisch soll sich mit einer möglichen Sanierung des alten E-Werks befassen: Geld aus Beiträgen zur Stadtsanierung könnte verwendet werden, um das Gebäude wiederherzurichten.

Für das Alte E-Werk im Herzen Pfungstadts tut sich eine neue Chance auf: Geld aus Beiträgen zur Stadtsanierung könnte verwendet werden, um das Gebäude wiederherzurichten. „Wir werden einen runden Tisch zum E-Werk einberufen, der sich damit befasst, was man damit machen kann“, sagt Pfungstadts Bürgermeister Patrick Koch (SPD).

Rund eine halbe Million Euro aus der vorzeitigen Ablösung der Sanierungsbeiträge der Innenstadtsanierung stünden dafür zur Verfügung. „Das würde funktionieren, da es sich dabei nicht um originäre Haushaltsmittel handelt, sondern um Mittel aus der Stadtsanierung. Das ist auch der Grund, wieso sie nicht für das Schwimmbad genutzt werden können“, sagt Koch mit Blick auf die Kommunalaufsicht, die den defizitären Haushalt der Stadt noch genehmigen muss. Mit normalen Haushaltsmitteln wäre so ein Projekt deshalb derzeit undenkbar. Koch aber blickt nach vorn: „Wenn es nach den Sommerferien einen Plan zur Nutzung gibt, könnten wir die Mittel verwenden und die Arbeiten für den Umbau ausschreiben.“ Dazu will er Fraktionen, Vereine und Geschäftsleute an einen Tisch bringen, auch unter Berücksichtigung des neuen Einzelhandelsgutachtens, dass der örtliche Gewerbeverein im vergangenen Jahr vorgestellt hat. Das hatte fehlende Verkaufsflächen in der Innenstadt angemahnt.

Unter Denkmalschutz

Koch kann sich aber auch vorstellen, das Stadtmarketing – das derzeit in angemieteten Räumen an der Eberstädter Straße sitzt – im E-Werk unterzubringen. Den Anstoß für die neuen Überlegungen hat die Vorstellung einer Machbarkeitsstudie zur möglichen Nutzung des E-Werks im Finanzausschuss gegeben. Die Studie hat die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Pfungstadt (Gewobau) erstellen lassen, um zu prüfen, ob für sie eine wirtschaftlich vernünftige Nutzung des Verwaltungstrakts des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes möglich ist.

Im Ausschuss erläuterte der Erste Stadtrat Harald Polster (SPD) in seiner Funktion als Gewobauvorstand, dass die Sanierung des Wohnhauses unter den Aspekten des Denkmalschutzes für die Gewobau keine Alternative zu ihrem jetzigen Standort an der Fabrikstraße sei, da die Nutzfläche mit 140 Quadratmeter zu klein ist. Mit einem Quadratmeterpreis von 3570 Euro seien die Sanierungskosten zudem weitaus teurer als ein Neubau. Für das ehemalige Wohnhaus zeige die Studie Baumängel, Schäden, Feuchtigkeit und unsachgemäße Baumaßnahmen auf, bescheinige ihm aber dennoch eine gute Substanz.

Koch erläuterte dem Ausschuss, dass bei der vorzeitigen Ablösung der Sanierungsbeiträge aus der Stadtsanierung rund 1,2 Millionen Euro an die Stadt zurückgeflossen seien, die dieses Geld nun investieren könne. Insgesamt 400 000 Euro könnten so in das Gebäude gesteckt werden, weitere 150 000 Euro in den umgebenden Platz.

Diskutiert wurde auch die Überlassung des E-Werks an einen Investor oder an einen örtlichen Verein. SPD-Fraktionschef Martin Griga plädierte dabei für die Einrichtung des Runden Tischs. Harald Polster erläuterte, dass die Gewobau ihre Studie einem Verein kostenlos überlassen werde. Ein Investor solle dagegen dafür zahlen. det

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