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Namika beim Schlossgrabenfest

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Beim Schlossgrabenfest herrscht regelmäßig großer Andrang.
Beim Schlossgrabenfest herrscht regelmäßig großer Andrang. © andré hirtz

Die Frankfurter Sängerin Namika ist der erste Top Act für die 18. Auflage des Schlossgrabenfests. Hauptkünstlerin von Hessens größtem Musikfestival.ist Miss Platnum.

Am Wochenende von Fronleichnam wird die Darmstädter Innenstadt rund ums Schloss für vier Tage zur Multi-Musikmeile. Auf vier Bühnen werden insgesamt 117 Bands spielen.

Für den ersten Tag des Schlossgrabenfests am Donnerstag, 26. Mai, haben die Veranstalter Thiemo Gutfried und Frank Grossmann nun den ersten Top Act bestätigt: Es ist die Frankfurter Sängerin Namika, die mit ihrem „Lieblingsmensch“ die Charts stürmte.

Hauptkünstlerin am Freitagabend, 27. Mai, ist Miss Platnum, die 2012 mit dem Rapper Marteria die „Lila Wolken“ fliegen ließ. Weil auch lokale Talente eine große Rolle spielen, darf der Halbfinalist aus „The Voice of Germany“, der singende Barkeeper Tobi Vorwerk, nicht fehlen. Er ist am Samstag, 28. Mai, auf der Sparkassenbühne im Einsatz.

Das sind nicht die ganz großen Namen – zwei weitere Top Acts fehlen ja noch –, aber um die geht es auch nicht, versichert Thiemo Gutfried. Nicht mehr: 2011 drohte der Auftritt der Band „Sunrise Avenue“, just zuvor international durchgestartet, das Festival zu sprengen. Seither machen es die Veranstalter ein paar Nummern kleiner und legen auch den Schwerpunkt anders.

Musik und Kulinarik – 117 Bands und 160 Stände – spielen nach wie vor die größte Rolle, allerdings als Kulisse für ein Treffen mit Freunden, die Wochenendgestaltung mit Programm, und nicht mehr als ehrgeiziges Ziel, kostenlos Weltstars zu präsentieren.

Neuer Schwerpunkt Comedy

Dazu gehört die kleine Bühne am Friedensplatz, wo nicht nur Singer und Songwriter, sondern auch Poetry-Slammer zuhause sind und immer sonntags der große ökumenische Gottesdienst gefeiert wird. In diesem Jahr wird die Bühne um den Schwerpunkt Comedy erweitert.

Dazu gehört auch der Familiensonntag mit Frühschoppen Kinderzeit auf dem Karolinenplatz. In diesem Jahr wird ein kleiner Hochzeitsturm bemalt, der als Garderobenständer dient. Gesucht werden weitere Firmen, die dafür Patenschaften übernehmen. „Das Geld geht wie immer an zwei Jugendeinrichtungen“, verspricht Thiemo Gutfried.

Dieser bunt zu bemalende Hochzeitsturm steht für den Festivalveranstalter als Symbol für Darmstadt und seine Willkommenskultur. „Wir wollen einmal mehr zeigen, wie bunt diese Stadt in allen ihren Dimensionen ist“, sagt Gutfried und betont, „jeder ist hier herzlich willkommen“.

So schwirrt die Flüchtlingsfrage unversehens auch um eine zunächst gänzlich unpolitische Veranstaltung wie ein Schlossgrabenfest. Übrigens auch infrastrukturell, weil Sanitär- und Bürocontainer oder Absperrzäune derzeit Mangelware sind und nur aufgrund von langfristigen Verträgen ohne Aufpreise geliefert werden. Und sie bringt einen unweigerlich zur nächsten Frage, nämlich der der Sicherheit.

Ein jährlich fortgeschriebenes, mehr als hundert Seiten starkes Sicherheitskonzept, führte 2007 zur Umzäunung des Festivalgeländes. Denn Sicherheit heißt auch ganz banal: Schutz vor Verletzungen durch Glasbruch, weil keine Flaschen aufs Gelände dürfen.

Schutz vor Massenpanik

Oder Schutz vor Massenpanik, weil in den Abendstunden an den 14 Zugängen der Einlass kontrolliert wird. So erläutert Thiemo Gutfried im besten Sicherheitskonzeptdeutsch, „damit wir in der Lage sind, präventiv einzelne Zugänge zu schließen und auch den Gesamtzulauf eine Zeit lang zu stoppen“. Wenn es irgendwo eng zugeht, kann so Raum zum Ausweichen geschaffen werden.

Selbstverständlich heißt Sicherheit in diesen Zeiten auch, dass Polizei, Rettungsdienst, Ämter und Feuerwehr auf mögliche Katastrophenfälle vorbereitet sind. „Aber dass taktische Maßnahmen nicht öffentlich gemacht werden“, sagt der Veranstalter, „ist ja klar“. (rwb)

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