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Nackte Hochschule

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Der komplette Putz wird ausgetauscht.
Der komplette Putz wird ausgetauscht. © Claus Völker

Die Sanierung des höchsten Gebäudes der Stadt geht voran. Im Sommer 2011 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Aus dem Hochhaus der Hochschule Darmstadt auf dem Campus an der Schöfferstraße ist auch in diesen kalten Tagen Lärm zu hören. Hinter dem Bauzaun, der das Hochhaus umgibt, haben sich Schnee und Staub vermischt. Bauarbeiter in grau melierten Blaumännern und mit Atemschutzmaske bringen schubkarrenweise Schutt in die umstehenden Container. Rund 30 Arbeiter sind am Freitagnachmittag am Werk. Am Montag werden es fast doppelt so viele sein.

"Wir haben Glück gehabt, dass die Feiertage mit der Kälte zusammen gefallen sind", sagt eine Mitarbeiterin des Hessischen Baumanagements, das den Bau betreut. Im Eingangsbereich wirbelt eisiger Wind den Staub auf. Betritt man das Gebäude, ist es aber wärmer als man vermuten möchte. Die Steinfliesen, die auch im Neubau den Boden bedecken werden, sind durch Platten geschützt. Mit dem alten Fahrstuhl geht es in die 14. Etage. Noch ist er in Betrieb, bis zum Ende der Bauarbeiten im Sommer 2011 wird er einem neuen weichen müssen.

Sonnenschutz für Fenster

Ein auch für Passanten interessanter Bauabschnitt beginnt in den nächsten Wochen mit der Fassadenerneuerung. Noch ist die Außenansicht mitsamt Fenstern die alte. Später werden auf der Südseite des Gebäudes Sonnenschutzelemente angebracht. Sie sorgen für ausreichend Dämmung und Licht im Inneren. Gut aussehen soll es nach Meinung des Architekten obendrein.

Im Moment wird das Gebäude entkernt: Die Verschalungen der Decke, der Boden und Putz von den Wänden türmen sich in den Räumen. Bis auf die tragenden Wände wurden die meisten anderen abgerissen. Durch die Fenster hat man einen tollen Blick auf die Stadt. Die Plakate mit den Abschiedsgrüßen der Studenten haften teilweise nicht mehr und flattern, wenn ein Fenster geöffnet ist.

"Im Gebäudekern tauschen wir das ganze Putzmaterial aus", sagt die zuständige Bauleiterin. Eine Altlast sind Materialien, die beim Bau noch ohne Bedenken verwendet wurden. Arbeiter reinigen etwa die Stockwerke zwei bis fünf von Asbestresten - ein "schwarzer Bereich", den man ohne Schutzkleidung nicht betreten darf.

Von der Inneneinrichtung bleibt nichts bestehen. Türen, Schränke und sonstige Gerätschaften haben ausgedient. Sie stapeln sich in den Gängen. Das Ende der Abbrucharbeiten setzen die Bauplaner für Anfang März fest. Im renovierten Zustand soll das Hochhaus der neuen Energieeinsparverordnung entsprechen. Der Lehrbetrieb im neuen Hochhaus soll im Wintersemester 2011 beginnen. Im höchsten Gebäude der Stadt finden Studenten und Lehrende dann ein modernes Arbeitsumfeld vor. (jule/eda)

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