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Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, Bürgermeister Patrick Koch und Oberbürgermeister Jochen Partsch (re) bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung.
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Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, Bürgermeister Patrick Koch und Oberbürgermeister Jochen Partsch (re) bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung.

Darmstadt

Nachschub für die Truppe: Bundeswehr setzt auf Pfungstadt

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Die Bundeswehr verlegt ihr Instandsetzungswerk von der Starkenburg-Kaserne in Darmstadt nach Pfungstadt.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte im Herbst die geplante Privatisierung der Heeresinstandsetzungslogistik (HIL) gestoppt. Am Montag besuchte sie nun den hessischen Standort Darmstadt in der Starkenburg-Kaserne – er ist einer von drei HIL-Werken in Deutschland –, um die Verlegung des Werks ins zehn Kilometer entfernte Pfungstadt zu verkünden. Dort soll im Rahmen einer Neustrukturierung der HIL ein Servicecenter entstehen.

„Wir erleben gerade mit Blick auf das Thema Landes- und Bündnisverteidigung, dass es extrem wichtig ist, schneller einsatzbereit zu werden“, sagte die Ministerin bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung zur Verlegung, an der auch Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), der Landrat des Kreises Darmstadt-Dieburg, Klaus Peter Schellhaas, Pfungstadts Bürgermeister Patrick Koch (beide SPD) und Hessens Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) teilnahmen.

Verteidigungsministerin: Material muss für Truppe verfügbar sein

Laut Kramp-Karrenbauer sei man bei der industriellen Kooperation an Grenzen gestoßen: „Deswegen brauchen wir mehr eigene Fähigkeiten, um aus eigener Kraft auch unabhängiger das Material so instand setzen zu können, dass es für die Truppe verfügbar ist – und zwar in der Realität und nicht nur auf dem Papier.“

Aktuell werden in Darmstadt jährlich 35 Panzer des Typs Leopard und zehn des Typs Marder instand gesetzt. Seit den 1990er Jahren seien insgesamt 1100 Panzer überholt worden, so die Ministerin. Arbeiten mit dem Schwerpunkt Kette sollen nun auf das HIL-Werk im saarländischen Sankt Wendel übergehen.

Standorte

Die Starkenburgkaserne soll bis 2031 für die zivile Nutzung freigegeben werden. Derzeit ist dort die Panzerinstandsetzung HIL angesiedelt.

Die Heeresinstandsetzungslogistik (HIL) ist eine bundeseigene Gesellschaft. Es gibt drei Werke: Darmstadt (Hessen), St. Wendel (Saarland) und Doberlug-Kirchhain (Brandenburg).

Die Major-Karl-Plagge-Kaserne in Pfungstadt soll bis 2024 modernisiert werden. Insgesamt werden am Standort 210 Millionen Euro in Lagerflächen, Unterkünfte und eine Versandapotheke investiert. cka

Pfungstadt: Bundeswehr investiert Millionen in Kaserne

In geplanten Servicezentrum in der Pfungstädter Major-Karl-Plagge-Kaserne sollten zum Beispiel einzelne Baugruppen aufgearbeitet werden, damit sie als Ersatzteile zur Verfügung stünden, sagte Kramp-Karrenbauer. Zudem solle der Servicebereich Dienstleistungen „für die Flächenorganisation der HIL und der Bundeswehr“ leisten. Details seien noch in Planung. Unabhängig davon entsteht derzeit in der Major-Karl-Plagge-Kaserne ein logistischer Knotenpunkt für die europäische Verteidigungsinitiative Pesco (Permanent Structured Cooperation).

Bürgermeister Koch zeigte sich hocherfreut über die HIL-Verlegung: „Die Bundeswehr wird einen gewaltigen Millionenbetrag in die Kaserne investieren.“ Pfungstadt werde künftig „der einzige Garnisonsstandort in der Region“ sein. Landrat Schellhaas bezeichnete die Pläne als eine Aufwertung der gesamten Region.

Die Starkenburg-Kaserne in Darmstadt soll zu einem neuen Wohnquartier werden.

Auch Finanzminister Boddenberg äußerte sich positiv darüber, dass Hessen einen wichtigen Beitrag zu den verteidigungspolitischen Strukturen liefere, nachdem zuvor einige Standorte im Norden geschlossen worden seien. Das Land werde die anstehenden Prüfungen zur Tauglichkeit der Böden und die Umweltverträglichkeitsprüfungen auf dem Konversionsgelände unterstützen.

Konversion in Darmstadt: Wohnraum für 5000 Menschen

Wenn die HIL in zehn Jahren samt Belegschaft peu à peu umgezogen ist, sollen auf dem insgesamt 40 Hektar großen Areal der Starkenburg-Kaserne mindestens 2400 Wohnungen für 5000 Menschen entstehen. Das kündigte Oberbürgermeister Partsch an, der sich seit 2017 dafür einsetzt, den HIL-Standort zu verlegen.

Man werde in fünf bis zehn Jahren mit der Konversion beginnen. Im Zuge dessen solle die Waldkolonie in ihrer Infrastruktur weiterentwickelt werden und die Verkehrsanbindung nach Weiterstadt ausgebaut werden. Partsch sagte, er gehe davon aus, dass die anstehenden Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zum Kauf der Immobilie durch die Stadt Darmstadt nicht so lange dauern werden wie bei der Lincoln-Kaserne. (Claudia Kabel)

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