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Nachschlag bei der Bildung

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Auch fürs Mittagessen in der Schule gibt es Zuschüsse.
Auch fürs Mittagessen in der Schule gibt es Zuschüsse. © Roman Grösser

Die Nachfrage von Hartz-IV-Familien nach Leistungen aus dem Bildungspaket hält sich in Darmstadt in Grenzen. Während im Jobcenter mehr als 400 Anträge vorliegen, gab es in der Stadtverwaltung nur wenige Sozialleistungsempfänger, die für ihre Kinder Unterstützung nachgefragt haben.

„Ich glaube nicht, dass das Angebot ein Flop wird“, ist die stellvertretende Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft von Stadt und Agentur für Arbeit, Franziska Bender, dennoch zuversichtlich. Wenn erst einmal offensiver für die Hilfe geworben werde, „wird doch ganz gut etwas zusammenkommen“.

Gerade an der Bekanntheit des Bildungs- und Teilhabepakets mangelt es noch. „Ich habe noch nichts davon gehört“, sagt etwa Jochen Galli von der DJK/SSG Darmstadt. Hier ist das Angebot noch nicht bekannt, dabei richtet es sich auch an Sportvereine. Denn die Beiträge für Kinder von Hartz-IV-, Sozialhilfe- und Wohngeldempfängern kann seit Ende März künftig die öffentliche Hand übernehmen. Der Wert des Bildungsgutscheins: zehn Euro im Monat.

Gutschein für soziale Teilhabe

Auch das Mittagessen an Schulen und Kindertagesstätten wird bezuschusst. Unterstützung gibt es zudem für Nachhilfeunterricht und Klassenausflüge. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will es damit Kindern aus bedürftigen Familien ermöglichen, in Kultur- und Sportvereinen mitmachen oder an Unternehmungen von Schulen teilnehmen zu können. Kinder sollen vom gesellschaftlichen Leben nicht ausgeschlossen werden.

Doch bislang haben nach Angaben der Bundesregierung Eltern noch nicht im großen Umfang von dem Angebot Gebrauch gemacht. Genau 408 Nachfragen liegen dem Jobcenter vor. „Schwerpunkt ist das Mittagessen an Schulen und Kindergärten“, zieht Franziska Bender Zwischenbilanz. Für 145 Kinder haben die Eltern einen Antrag gestellt. 81 Mal geht es um Nachhilfe. In 136 Fällen möchten Eltern, dass das Jobcenter Mitgliedsbeiträge übernimmt. Auch wenn es in Darmstadt rund 6000 Bedarfsgemeinschaften mit etwa 11?000 Menschen gibt, ist die stellvertretende Arge-Geschäftsführerin mit der bisherigen Resonanz zufrieden.

Richtig Werbung für das Angebot wurde bislang noch nicht gemacht. „Wir haben unsere Kunden im Gespräch darauf hingewiesen und ihnen einen Flyer mitgegeben“, sagt Franziska Bender von der Arge. „Wir sind noch in den Startlöchern.“ Bis zum Spätsommer soll es eine eigene Beratungsstelle im Jobcenter, geben. Auch wollen die Mitarbeiter Netzwerke für Alleinerziehende und Hartz-IV-Empfänger auf das neue Angebot ansprechen.

In den Vereinen wird das Bildungspaket positiv bewertet. „Das ist im Grundsatz gut. Damit bekommen Kinder eine Anlaufstelle, und wir können Kinder von der Straße holen“, sagt der DJK/SSG-Vorsitzende Galli. Er hofft, dass nun auch Jugendliche, die sich aus finanziellen Gründen keinem Verein angeschlossen haben, jetzt die Möglichkeit nutzen.

Auch bei Darmstadts größtem Sportverein, der SG Arheilgen, trifft das Angebot auf Zustimmung. Wie in vielen Vereinen ist es auch dort möglich, dass die Kinder aus Hartz-IV-Familien einen Nachlass beim Mitgliedsbeitrag erhalten. Auch Patenschaften und Sponsoren gab es immer mal wieder, um Jugendlichen unter die Arme zu greifen. Ein Antrag auf Unterstützung über das Bildungspaket liegt dem Verein nach Angaben des Vorsitzenden Thomas Arnold-Münzberg aber noch nicht vor. ( rf)

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