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Nach dem Einkauf ein Gläschen

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Am Donnerstag, 1. September beginnt das Weinfest. Die Gäste erwartet ein buntes Treiben zwischen Luisenplatz und Kuppelkirche.

"Das Weinfest gehört zu Darmstadt, und die Darmstädter hängen an dem Fest“, sagt Anja Herdel, Geschäftsführerin von Darmstadt-Marketing, nicht ohne Grund. Die 35. Auflage des viertägigen weinseligen Treibens in der Wilhelminenstraße beginnt am Donnerstag, 1. September.

Vor 13 Jahren stand das beliebte Weinfest zwischen Luisenplatz und Kuppelkirche auf der Kippe: Der Förderkreis Wilhelminenstraße ging in Insolvenz. Händeringend wurde ein neuer Veranstalter gesucht – und mit Darmstadt-Marketing gefunden. Die kleine städtische Tochtergesellschaft wurde in die Pflicht genommen. Der quirligen Geschäftsführerin merkt man an, dass das Weinfest ihr und ihrem Team längst eine Herzensangelegenheit geworden ist.

Dass Darmstadt-Marketing die Organisation übernimmt, liegt auf der Linie der städtischen Gesellschaft. Herdel: „Wir übernehmen eher das Image stärkende Feste. Wenn sie größer werden, arbeiten wir mit Partnern zusammen oder überlassen das Profis.“

Der Eigenbetrieb Bürgerhäuser und Märkte sorgt für den Aufbau. Mit im Boot ist auch der Verein Citymarketing mit seinem verkaufsoffenen Sonntag am letzten Tag des Weinfestes. Beide Ereignisse befruchteten sich. „Viele bringen ihre Einkäufe ins Auto und kommen dann zu den Ständen, um ein Gläschen Wein zu genießen oder etwas zu essen“, hat Herdel beobachtet. An den ersten drei Tagen sei es ähnlich. Nach den Einkäufen „schwappt es spätnachmittags rüber zum Weinfest“. Da neben den 20 Winzern auch 13 Gastronomen mit im Spiel sind, dürfte jeder auf seine Kosten kommen.

Viele Winzer sind schon mehr als 30 Jahre dabei. Sie kommen aus den Weinbaugebieten Bergstraße inklusive Groß-Umstadt, Nahe, Pfalz, Rheingau und Rheinhessen. Sie schätzen an Darmstadt die Atmosphäre beim Fest, die Gäste und die netten Kollegen, sagt Herdel.

Mit den Anliegergeschäften habe sich ein gutes Miteinander entwickelt. So säßen Ladenbetreiber oft mit Personal und Stammkunden an den Ständen zusammen. Auch Winzer und Gastronomen hätten ein gutes Verhältnis miteinander.

Erstmals veganer Wein

Viele Besucher nutzen die Gelegenheit, sich ihren Weinvorrat bei verschiedenen Weingütern nach ihrem Geschmack zusammenzustellen. Von Jahr zu Jahr steigt die Nachfrage nach Ökowein. In diesem Jahr gibt es erstmals auch einen veganen Wein im Angebot.

Zwar habe man immer wieder mal über einen anderen Standort gesprochen, räumt Herdel ein, sei aber beim alten geblieben: „Es sei einfach schön, abends mit Blick auf die Kuppelkirche hochzubummeln. Das Weinfest ist eine Adelung der Wilhelminenstraße.“

Am Eröffnungsabend sei die Weinmeile immer gut voll. Spitzentage seien der Freitag und der Samstag: „Bei guten Wetter um die 20, 21 Grad wird man da geschoben.“ An den beiden Tagen träfen sich viele mit Freunden und Kollegen auf dem Fest. Der Sonntag habe sich – auch durch die geöffneten Geschäfte – eher zum Familientag entwickelt.

Das Weinfest hat sich seit der Übernahme von Darmstadt-Marketing in einigen Punkten verändert. So gibt es statt großer Bühnen Lauf-Acts, das heißt kleine Bands laufen von Stand zu Stand. Ranger des Geonaturparks Bergstraße informieren über Gesteine und Böden, und eine Feuershow beendet am Sonntag um 20.30 Uhr das Weinfest.

Die Besucherzahlen sprechen für sich: Waren es 2013 – im Jahr der Übernahme durch Darmstadt-Marketing – geschätzt zwischen 35 000 und 36 000 Gäste, wurden ein Jahr später durch Stichproben 45 000 gezählt. Die 50 000 Besucher 2015 führt Herdel auch auf das gute Wetter zurück. (ryp)

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