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Der Biber ist an der Gersprenz seit einiger Zeit wieder heimisch.
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Der Biber ist an der Gersprenz seit einiger Zeit wieder heimisch.

Biber Darmstadt-Dieburg

Mühltals erster Biber ist tot

Im Mühltal wurde erstmals ein Biber gefunden – leider tot. Er wurde Opfer eines Verkehrsunfalls. Woher der Biber gekommen war, ist ungeklärt.

Jürgen Siek, Naturschützer beim Regierungspräsidium (RP) Darmstadt, war überrascht, als er hörte, dass auf der B 426 an der Felsnase zwischen Nieder-Ramstadt und Eberstadt ein toter Biber gefunden worden war. Der Biberexperte hatte sich nicht vorstellen können, dass sich die Nagetiere dort ansiedeln könnten.

Am späten Abend hatte in der Pulvermühle bei Sylvia und Friedrich Hechler das Telefon geklingelt. „Ein Mann sagte, auf der Straße bei uns liege ein toter Biber“, erzählt Sylvia Hechler. Glauben wollten das weder sie noch ihr Mann. „Das ist bestimmt ein Nutria“, sagte Friedrich Hechler. Diese Tiere sind in der neben der alten Mühle fließenden Modau schon lange heimisch. Mit einer Taschenlampe machte sich Hechler auf die Suche: tatsächlich, ein Biber. Aus dem Maul rann ein wenig Blut. Ein Schädel-Hirn-Trauma als Folge des Zusammenstoßes mit einem Auto, diagnostizierte ein Veterinär in Gersfeld. Zu dem Tiermediziner an der Universität Gießen war das tote Tier gebracht worden, nachdem Hechler den Vorsitzenden der Nabu-Gruppe Nieder-Ramstadt, Karl-Heinz Waffenschmidt, unterrichtet hatte. Der informierte Jürgen Siek im Regierungspräsidium. Beide nahmen das tote Tier zu weiteren Untersuchungen mit.

Wie kam der Biber an die Pulvermühle?

Die Todesursache des etwa drei Jahre alten und zwölf Kilogramm schweren Tieres ist geklärt. Offen ist indes, wie der Biber an die Pulvermühle gelangte. Bislang galt die Modau östlich des Kühkopfs nicht als Bibergebiet. Die Nager haben in den vergangenen Jahren vielmehr entlang der Gersprenz ihre Burgen aus Ästen und Stämmen gebaut. Bis vor acht Jahren galten sie auch dort als ausgestorben. Der Flusslauf oberhalb von Brensbach ist ihr Siedlungsgebiet. Bei Groß-Bieberau, dessen Wappentier der Biber ist, Reinheim und Groß-Zimmern sind sie inzwischen wieder heimisch.

Für Biberexperte Jürgen Siek vom Dezernat für Schutzgebiete und biologische Vielfalt ist der Biber mit „das fähigste Tier“. Er sei als einziges in der Lage, sich seinen eigenen Lebensraum zu schaffen. Die Tiere benötigten ein Ufer, in das sie ihre Biberröhren bauen können. Sie leben aber auch in Biberburgen – das sind Wohnbauten in eigens vorwiegend aus Ästen und Stämmen aufgeschichteten Dämmen und Inseln. Ein Damm dient vor allem dazu, ein Gewässer so aufzustauen, dass der Eingang möglichst 60 Zentimeter unter dem Wasserspiegel liegt.

Ob der Mühltaler Biber von der Gersprenz zur Pulvermühle gekommen war, lässt sich nicht sagen. Auch vom Kühkopf könnte der Nager stammen, meint der Biberfachmann Siek; am Altrhein gibt es ebenfalls Biber-Vorkommen. Weite Entfernungen sind kein Problem, bis zu zehn Kilometer können sie über Land laufen. Das Alter von etwa drei Jahren lässt darauf schließen, dass der Biber noch nicht lange im Mühltal war. „Die Tiere werden in der Regel nach zwei Jahren von den Eltern rausgeworfen“, sagt Siek. Vor etwa einem Jahr könnte sich das Nagetier auf den Weg gemacht haben. (rf)

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