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Modernisierung am Böllenfalltor

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So soll der Stadion-Vorplatz aussehen.
So soll der Stadion-Vorplatz aussehen. © Simulation: Stadt Darmstadt

Das Stadion der Lilien in Darmstadt soll modernisiert werden. Die Opposition übt im Stadtparlament Kritik an der Zwischenlösung. Man habe drei Jahre verloren und sei wieder am Punkt null angelangt.

In einer von der SPD beantragten Aktuellen Stunde zum Stadion am Böllenfalltor stellte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) den Stadtverordneten die Neuplanungen vor. Er zeigte sich davon überzeugt, dass die Modernisierungspläne den DFL-Statuten standhalten. In den nächsten drei bis vier Wochen werde der Bauantrag für die Stahlrohrtribünen eingereicht. „Die Kosten reduzieren sich deutlich“, verglich Partsch die nun geplante Modernisierung für rund elf Millionen Euro mit den Kosten der ursprünglichen Umbauplanung von 34 bis 35 Millionen Euro.

Michael Siebel, Fraktionsvorsitzender der SPD, erwiderte, dass diese Lösung Fragen aufwerfe: Werden die Auflagen der DFL erfüllt? Darf die Stadt die 14 Millionen vom Land zum Ausbau behalten und für die Zwischenlösung verwenden? Wurde mit dem Landkreis über Standorte gesprochen? Die Zwischenlösung sei „wieder nur Stückwerk“ und „ist mit absolut heißer Nadel gestrickt“, meinte Siebel.

„Wir haben drei Jahre verloren und sind wieder am Punkt null angelangt“, kritisierte Sven Beißwenger von der FDP. Spätestens bei der Aufstellung des Bebauungsplans hätte man mit einer Alternativplanung beginnen sollen. Bereits bei der Stadtverordnetenversammlung Mitte Mai, als der Uwiga-Antrag auf eine Alternativplanung abgelehnt worden ist, „hätte man erzählen können, dass man bereits einen alternativen Standort sucht“. Das kritisierte auch Erich Bauer von Uwiga und appellierte für ein „offenes Verfahren“. Schließlich müsse die Stadt nachweisen, dass sie alle Standorte seriös geprüft habe. Tim Huß (SPD) mahnte Transparenz an. An die Frage des Lärmschutzes, dessentwegen die Umbaupläne auf Eis gelegt wurden, hätte man auch früher denken können. Ein „Stehplatzstadion“, wie es sich viele Fans wünschten, sei nur außerhalb des Böllenfalltors realisierbar.

Für einen kollektiven Seufzer sorgte der Beitrag von Siegfried Elbert (AfD). Er machte die ungeklärte Stadionsituation dafür verantwortlich, dass Trainer und Spieler abwanderten. Grünen-Fraktionschef Yücel Akdeniz erklärte, dass Spielertransfers in der gesamten Liga gang und gäbe seien. „Spieler gehen dahin, wo sie mehr Geld bekommen.“ Kerstin Lau, Fraktionsvorsitzende von Uffbasse, begrüßte die „pragmatische Lösung“. Es sei ein Fehler gewesen, die Multifunktionsnutzung einzuplanen. „Wenn wir in sechs Jahren immer noch in der Ersten Liga sind, kann der Verein selbst ein Stadion bauen.“ (pak)

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