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Während in Alsfeld Einzelhändler ihre Geschäfte öffnen, bleiben sie in Dieburg vorerst zu.
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Während in Alsfeld Einzelhändler ihre Geschäfte öffnen, bleiben sie in Dieburg vorerst zu.

Hessen

Corona-Modellkommune Dieburg lässt Läden zu

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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  • Jutta Rippegather
    Jutta Rippegather
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In Dieburg wird es vorerst angesichts der aktuellen Corona-Infektionslage keine Öffnungen von Geschäften geben. Die Kontaktnachverfolgung von Menschen, die mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert sind, kann das zuständige Gesundheitsamt in Darmstadt derzeit nicht gewährleisten.

Die vom Land Hessen ausgewählte Corona-Modellkommune Dieburg verzichtet angesichts der aktuellen Corona-Infektionslage im Landkreis Darmstadt-Dieburg vorerst auf eine Öffnung von Geschäften. Das hat der Landkreis am Donnerstag mitgeteilt. Derzeit könne das zuständige Gesundheitsamt in Darmstadt keine lückenlose Kontaktnachverfolgung garantieren, hieß es zur Begründung.

Stadt Dieburg hatte sich selbst nicht als Modellkommune beworben

Vorige Woche erst hatten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) bekanntgegeben, dass Dieburg – neben dem nordhessischen Baunatal und der Stadt Alsfeld im Vogelsbergkreis – eine von drei Modellkommunen in Hessen wird. Beworben hatten sich rund 100 Städte und Kreise. Allerdings nicht Dieburg selbst, sondern nur der Landkreis Darmstadt-Dieburg. Der parteilose Bürgermeister Frank Haus hatte erst 40 Minuten vor Beginn der Pressekonferenz von der Entscheidung des Landes erfahren.

Danach waren die Planungen für einen Start des Projekts Mitte April angelaufen. Die Idee war, wer vor Ort einen negativen Corona-Schnelltest zeigt oder durchführt und seine Kontaktdaten angibt, kann den ganzen Tag über auch ohne Termin in Läden einkaufen und die Außengastronomie besuchen. Zuletzt hatte es geheißen, nur Menschen aus Dieburg und dem Landkreis könnten das Angebot nutzen.

Modellprojekt in Alsfeld: Shoppen mit negativem Corona-Test

Die Vogelsberg-Stadt Alsfeld hat hingegen am Donnerstag ihr Modellprojekt begonnen. Zum Start durften Geschäfte in der Kernstadt öffnen. Auch hier gilt: Wer shoppen möchte, braucht einen aktuellen negativen Test auf das Coronavirus. Weitere mögliche Lockerungen etwa für die Außengastronomie sollen in einem zweiten Schritt erfolgen.

Das Robert-Koch-Institut in Berlin meldete am Donnerstag für den Landkreis Darmstadt-Dieburg eine Sieben-Tage-Inzidenz von 85 Infektionen und für den Vogelsbergkreis einen Wert von 127 Fällen je 100 000 Einwohner:innen.

Modellkommune Dieburg öffnet Geschäfte vorerst nicht

Mit der Entscheidung, die Geschäfte in Dieburg nicht zu öffnen, werde „verantwortungsvoll gehandelt“, teilte der Darmstadt-Dieburger Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) mit. Es müsse stets sichergestellt sein, dass das Gesundheitsamt einer Kontaktnachverfolgung von mit dem Coronavirus infizierten Menschen nachkommen könne. Angesichts der derzeitigen „sehr dynamischen Infektionslage“ sei jedoch eine zeitnahe Kontaktnachverfolgung nicht möglich.

Sobald es die Situation zulasse, könne ein auch mit dem Darmstädter Gesundheitsamt abgestimmtes Öffnungskonzept kurzfristig realisiert werden, äußerte Schellhaas. Allerdings hat das Land die drei Modellprojekte ohnehin nur bis zum 1. Mai befristet.

FDP fordert weitere Corona-Modellkommunen in Hessen

Gleichwohl forderte die hessische FDP, umgehend weitere Modellkommunen zu benennen. Von den rund 100 Bewerbungen hätten viele ausgefeilte Konzepte vorgelegt und bereits Vorbereitungen getroffen. „Solch ein Auswahlverfahren ist ein Schlag ins Gesicht von Kommunen wie Bad Homburg oder Wiesbaden“, sagte Fraktionsvorsitzender René Rock. Es fehle nach wie vor eine Teststrategie.

„Nur wenn die Tests auch genutzt werden, haben wir einerseits die Chance, die Dunkelziffer der Infektionen zu ergründen und außerdem die Menschen aus dem privaten Raum zu holen, wo sie sich derzeit am häufigsten anstecken.“ Einzelhandel, Kultur und Gastronomie bekämen zugleich „eine echte Perspektive“.

Ministerium: „Nicht-Aufnahme des Projekts ist folgerichtig“

Das hessische Sozialministerium teilte auf Anfrage mit, dass keine Kommune als Nachrücker für Dieburg bestimmt werde. Die Landesregierung habe klare Abbruchkriterien für den Versuch definiert. Dazu gehöre auch das Sicherstellen der Kontaktverfolgung. „Daher ist der Abbruch beziehungsweise die Nicht-Aufnahme des Projektes folgerichtig.“

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