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Milliardenbau im Darmstädter Norden

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1100 Meter wird der Umfang des größten Ringbeschleunigers der künftigen Anlage   betragen.
1100 Meter wird der Umfang des größten Ringbeschleunigers der künftigen Anlage betragen. © GSI/dapd

Bis 2018 will die Gesellschaft für Schwerionenforschung im Grenzgebiet von Arheilgen und Wixhausen ihr neues Forschungszentrum fertigstellen. Die Kosten werden rund eine Milliarde Euro betragen.

Großprojekte sind hierzulande oft umstritten. Um solche Probleme zu vermeiden und Vertrauen bei den Betroffenen aufzubauen, informierte die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) am Mittwochabend in den Räumen des Helmholtz-Institutes über die bevorstehenden Entwicklungen im Grenzgebiet von Arheilgen und Wixhausen.

Kosten: eine Milliarde Euro

Bis 2018 soll hier ein neues Beschleunigerzentrum errichtet werden. Rund 3000 Menschen aus 45 Nationen werden dort mit Antiprotonen und Ionen forschen. Dafür ist eine Anlage von gigantischen Ausmaßen nötig: Allein der größte der acht Ringbeschleuniger soll einen Durchmesser von etwa 300 Metern haben, rund 3,5 Kilometer Stahlführungsrohre werden installiert. Insgesamt werden die Kosten knapp über einer Milliarde Euro liegen, die Arbeiten beginnen 2012. Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) stellte die Bedeutung des Projekts für Darmstadt heraus und betonte: „Wir können stolz darauf sein.“

Architekt Kai Otto erläuterte die Baupläne. Eingriffe in den Baumbestand werden sich nicht vermeiden lassen, allein für den großen Ringbeschleuniger muss eine etwa 70 Meter breite Schneise in den Wald geschlagen werden.

„Es war uns aber von Anfang an wichtig, so viel Wald wie möglich zu erhalten“, erklärte Otto. Durch Waldumwandlung und Wiederaufforstung, letztere zum Teil an anderer Stelle, soll der Gesamtbestand nicht sinken. Zusätzlich wird ein Umwelt-Monitoring den Bau begleiten und die lokale Flora und Fauna im Auge haben.

Generell soll die Anlage soweit wie möglich in die Umgebung integriert werden. Für einen optimalen Strahlenschutz sollen bis zu zwölf Meter hohe Hügel sorgen. Die gesetzlichen Grenzwerte für Strahlenbelastung würden deutlich unterschritten, sagte Kai Otto. Das Gebiet nördlich der Prinzenschneise wird nach den Baumaßnahmen wieder zugänglich sein, das Gelände im Süden bleibt abgesperrt.

Außerdem wird es während des Baubetriebes zu einer Grundwasserabsenkung von rund einem halben Meter rund um das Gebiet der GSI kommen. Um die Anwohner in Wixhausen während des Bauprozesses zu entlasten, wird der Stadtteil vom Anlieferverkehr umfahren. Baustellenfahrzeuge – zu Hoch-Zeiten der Bautätigkeit wird mit rund 400 Stück pro Tag gerechnet – werden nördlich von Wixhausen von der B?3 über eine neue Trasse auf die Messeler-Park-Straße geleitet. Von dort wird die Baustelle über ein Einbahnstraßensystem angefahren, das auch über einige nahe gelegene Felder verläuft.

Führungen über die Baustelle

Die Fragen der rund 100 anwesenden Anwohner und Interessierten brachten einige neue Aspekte in die Überlegungen für das Projekt ein. So wiesen die Organisatoren des Koberstädter Waldmarathons auf die Streckenführung im Bereich der Baumaßnahmen hin. Auch für Fußgänger und Radfahrer sollen Alternativrouten gefunden werden. Und auf Wunsch von Besuchern sollen regelmäßig Führungen über die Baustelle angeboten werden. (eda.)

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