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Milde Strafe für Tiertrainer

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Weil er die Elefanten nicht gleich nach dem Transport ausgeladen hat, muss ein Tiertrainer jetzt eine Geldstrafe von 150 Euro bezahlen.

Weil der Tiertrainer des Zirkus Charles Knie im Oktober 2012 seine drei Elefanten nach einer Fahrt von Kassel nach Darmstadt nicht rasch genug aus einem Transport-Lastwagen ausgeladen haben soll, musste sich der gebürtige Italiener wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor dem Amtsgericht Darmstadt verantworten und wurde letztlich zu einer Geldstrafe von 150 Euro verurteilt. Über zwölf Stunden sollen die asiatischen Elefanten, laut Aussage der Darmstädter Amtstierärztin Karin Jung eingepfercht in ihren Transporter verbracht haben.

Durch die lange Wartezeit, die die Elefanten in 2,4 Meter mal 2,8 Meter großen Boxen in dem insgesamt 23,7 Quadratmeter messenden Transporter verbringen mussten, sah es die Veterinärin im Bereich des Möglichen, dass den Zirkustieren ohne vernünftigen Grund erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt wurden. Schließlich seien Elefanten nicht nur besonders soziale Tiere, sie hätten zudem auch einen ausgeprägten Bewegungsdrang, so der Diplom-Biologe Tobias Dornbusch, der unter anderem Zoos beim Bau von Elefantengehegen berät.

Durch seine Ausführungen stützte er die Vorwürfe der Anklage, die ein Bußgeld von 1500 Euro gefordert hatte. Die Verteidigung wiederum argumentierte, dass die drei Elefanten des Zirkus es von klein auf gewohnt seien, im Transporter zu reisen. Auch nach der Kontrolle des Darmstädter Veterinäramtes seien bei den Tieren keine besonderen Verhaltensauffälligkeiten zutage getreten. Verteidiger Behjar Fozouni berief sich dabei auf die Einschätzung von gleich drei ausgewiesenen Elefanten-Experten. Tiertrainer Franz Frank, der einen Elefantenhof betreibt, bemerkte: „Wenn ein Tier wirklich aus dem Transporter raus will, weil es sich nicht wohlfühlt, dann reißt es die Wand ein.“ (ers)

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