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Milchbauern sahnen ab

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Den ersten Preis der Landesvereinigung Milch hat der Karlshof beim Hessentag erhalten.
Den ersten Preis der Landesvereinigung Milch hat der Karlshof beim Hessentag erhalten. © FR-Bild, Andreas Arnold

Erster Preis für den Karlshof. Beim Hessentag wurde der Familienbetrieb für sein "hervorragendes Unternehmertum" ausgezeichnet. Familien, Jugendgruppen und Schulklassen sind auf dem Hof gern gesehene Besucher.

Die mitteleuropäischen Milchbauern haben es angesichts der Dumpingpreise bei Milch, Butter und Käse nicht einfach. Immer mehr Betriebe, vor allem die kleinbäuerlichen, geben wegen des rauen Geschäftsklimas ihre Höfe auf. Umso schöner ist es, wenn es dann positive Nachrichten gibt. Der Roßdörfer Familienbetrieb Karl und Michael Dörr, besser bekannt als Karlshof, bekam beim Hessentag in Stadtallendorf einen ersten Preis für sein "eindrucksvoll hervorragendes Unternehmertum". Der Präsident des Hessischen Bauernverbands, Wilhelm Schneider, händigte die Auszeichnung der Landesvereinigung Milch aus.

Die Jury zeigte sich unter anderem beeindruckt, weil "hohe ökonomische und biologische Leistungen vereint werden. Besonders die intensive Öffentlichkeitsarbeit und die positive Vermittlung der gesamten Bereiche der Landwirtschaft sind beispielhaft", heißt es in der Urteilsbegründung. Der Preis, der zum zweiten Mal vergeben wurde, ist mit zwei Gutscheinen für eine Studienreise nach England verbunden.

Innovativ und engagiert

Die Dörrs, die aktuell 240 Milchkühe halten, bekommen für ihr stetes Engagement und ihren Ideenreichtum nicht zum ersten Mal Anerkennung. Bei der Erschließung neuer Wirtschaftsfelder ist die Familie aufgefallen, weil sie zu den ersten gehörte, die vor dem Kuhstall eine große Biogasanlage bauten. Dort wird aus Kuhmist Energie gewonnen.

Noch auffälliger jedoch ist die Öffnung des Hofs für ein breites Publikum. Seit Jahren bieten die Dörrs allerhand Aktionen für Familien an, richten Kindergeburtstage aus und empfangen Schulklassen. Angelockt durch Werbetafeln und Strohballen-Kunst an der vorbeiführenden Bundesstraße 38, finden viele Besucher den Weg zu einem Selbstbedienungs-Milchautomaten, der täglich ab 5 Uhr in Betrieb ist. Der gesamte Karlshof ist inzwischen ein Lern- und Erlebnisort, garniert mit Informationstafeln. Fast jeden Tag kommen Kälber zur Welt.

Erst vergangenes Wochenende hatten die Dörrs Besuch von einer Jugendgruppe der evangelischen Kirche aus Darmstadt. 20 Acht- bis Zwölfjährige durften sich in die Arbeit einklinken, richteten sich im Stroh ihr Schlaflager ein und standen um sechs Uhr zum Melken auf. "Am Nachmittag mussten wir das Programm unterbrechen, weil sie fix und fertig waren", erzählt Michael Dörr. (sami)

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