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Mieter unzufrieden

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Zahlreiche Mängel in den Wohnblocks des Bauvereins am Rhönring verärgern Mieter. Zudem gibt es Zweifel an der korrekten Miethöhe - die Wohnblocks sind älter als angegeben.

Die Dachwohnung von Tobias Swyter ist in einem ordentlichen Zustand. Doch sobald der Mieter ins Treppenhaus geht, begegnen ihm Mängel: Das Geländer ist an einer Stelle gebrochen und vielfach ist der Lack ab, Putz bröckelt und die Wand unterhalb des Daches ist pelzig vor Nässe. „Es ist schon traurig“, sagt der 41-Jährige und geht weiter hinunter.

Im Erdgeschoss angekommen, lenkt er die Aufmerksamkeit auf die Hintertür, deren Holzrahmen ist zerbrochen. Am Eingang wurden zwar neue Briefkästen montiert, doch daneben klaffen noch die Löcher, wo die alten hingen. Das sind Schönheitsmängel. Gefährlich wird es für ihn etwa im Keller, wo das Licht an seiner Parzelle nicht mehr geht. Und vor allem: „Ich hab’ draußen schon Dachziegel aufgelesen“, betont er. Und neulich habe ein Stück kaputter Fensterladen im Vorgarten gelegen.

Seit 2009 wohnt der Industriekaufmann in einem der Mehrfamilienblöcke, die sich auf der Seite des Bürgerparkviertels den Rhönring entlangziehen. Als er einzog, war er noch Mitarbeiter des Bauvereins, was er seit Ende 2011 nicht mehr ist. Doch schon lange vor seiner Kündigung hat er sich immer wieder an den Vermieter gewandt, um auf Mängel aufmerksam zu machen.

Doch geschehen sei wenig bis gar nichts. „Ich empfinde diese Immobilie als zunehmend verwahrlost“, klagt der Mieter. Im Juni dieses Jahres schließlich kündigte Swyter die Einzugsermächtigung für seine Mietzahlung und bat um eine Behebung der Mängel. Andernfalls werde er die Miete um zehn Prozent mindern – was er dann auch tat.

Parallel dazu stieß Swyter von Anfang an noch ein zusätzlicher Punkt auf: Als Baualtersklasse für das Haus habe der Bauverein das Jahr 1949 veranschlagt und eine entsprechende Miethöhe gemäß Mietspiegel festgelegt. Doch über der Haustür findet sich in Stein gemeißelt das Jahr 1926. Und in seinem Mietvertrag steht: „Das Baujahr des Hauses ist 1930.“ Weil aber die Angaben im Mietvertrag stets die Grundlage zur Berechnung einer Miete und ältere Wohnungen günstiger seien, müsste seine Miete eigentlich niedriger ausfallen. Oder?

Swyter bat die städtische Wohnungsgesellschaft um Aufklärung. „Aber das wurde nicht weiter verfolgt.“ Es habe geheißen, das Haus sei im Krieg bombardiert und nach dem Wiederaufbau die neue Altersklasse festgelegt worden. Der Bauverein kann Swyters Verärgerung nicht nachvollziehen, da der Zustand des Objekts bei der Anmietung nicht bemängelt worden sei. Für Tobias Swyter bleibt es bei dem Vorwurf, dass „die Bauverein AG die Instandhaltungsverpflichtung nicht wahrnimmt“. (aw)

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