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Mieter seit Februar ohne warmes Wasser

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Das Wasser ist seit Februar kalt, die Wohnungsgesellschaft bietet Mietminderung ab August.
Das Wasser ist seit Februar kalt, die Wohnungsgesellschaft bietet Mietminderung ab August. © ddp

In der Kranichsteiner Gruberstraße warten Mieter seit Februar auf warmes Wasser. Die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft kann die Ursache nicht finden. Sie vertröstet ihre Bewohner lieber.

Der sogenannte Warmduscher wird gemeinhin als Schwächling belächelt. Aber was, wenn es einen täglich kalt erwischt, und das nun schon seit einem Dreivierteljahr?

An einem Tag im Februar stieg Hossein Nuri in seinem kleinen Appartement in der Kranichsteiner Gruberstraße wie gewohnt in die Dusche und stellte fest: Es kommt kein warmes Wasser. Erst dachte er, das sei ein vorübergehendes Problem. Doch als am nächsten Tag erneut kein warmes Wasser lief, rief er seinen Vermieter an, die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Hessen (GWH).

„Es hieß, die kümmern sich“, berichtet Nuri. Doch habe er davon nichts gemerkt. „Ich habe angerufen, angerufen, angerufen“, erzählt er weiter. Schließlich habe ein GWH-Mitarbeiter eingeräumt, dass es im Haus Probleme mit der Warmwasserversorgung gebe und daran gearbeitet werde, diese zu beheben. Und weil das noch etwas dauern könne, bat der Mann den Mieter um Geduld.

Mieterbund ist eingeschaltet

Neun Monate später ist Hossein Nuris Geduldsfaden längst gerissen. Immer wieder habe er kalt duschen müssen, ein paar Mal sei er zu Bekannten ausgewichen. „Aber das war für mich irgendwie unangenehm.“ Hinzu komme, dass auch in der Küche kein warmes Wasser aus dem Hahn komme. Wie er auf Nachfrage erfahren hat, ist er mit diesem Problem in der Nachbarschaft nicht alleine. Nuri fragt sich: „Was ist mit Babys und alten Leuten?“

Ende Juli schickte die GWH einen Brief, in dem sie sich für die Störungen entschuldigt und eine Mietminderung von zehn Prozent ab 1. August anbot. Zwar habe man mehrere Reparaturen vorgenommen, das Problem aber letztlich nicht ausräumen können. Die Steigleitungen in dem Haus seien größtenteils verkalkt und müssten komplett erneuert werden. Das sei aufwendig und dauere sechs bis acht Wochen.

Doch nach Ablauf dieser Zeit hatte Hossein Nuri immer noch kein warmes Wasser und hakte weiter nach. „Die haben einen immer wieder vertröstet.“ Mittlerweile hat er den Mieterbund eingeschaltet. „Dass es so lange dauert, habe ich noch nie gehört“, sagt Mieteranwältin Regina Kamm. Sie vermutet, dass der Vermieter eine Großsanierung herauszögern wollte.

Laut GWH-Pressesprecher Marc Hohmann soll die Instandsetzung der Warmwasserversorgung noch diese Woche starten. Allerdings vorerst nur in den Bädern, und das auch nur provisorisch, wie die Mieter aktuell aus einem Schreiben der GWH erfahren haben. Denn die Komplettsanierung der Warmwasserleitungen sei so komplex, dass das noch Monate dauere. (aw.)

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