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Merck-Villa nicht mehr zeitgemäß

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Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) wird demnächst sein Domizil an der Annastraße verlassen und wahrscheinlich im ehemaligen Landratsamt an der Rheinstraße unterkommen.

Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) wird demnächst sein Domizil an der Annastraße verlassen und wahrscheinlich im ehemaligen Landratsamt an der Rheinstraße unterkommen. Wie Oberbürgermeister Walter Hoffmann auf Anfrage bestätigte, seien Verhandlungen mit dem Bauverein über die Anmietung der Liegenschaft, den Mietpreis und nötige Umbauten "in der entscheidenden Phase". Auch politische Gremien müssen damit noch befasst werden. Der OB rechnet damit, dass die Angelegenheit noch im ersten Halbjahr 2010 spruchreif ist.

Das 1971 von der Hessischen Landesregierung gegründete IWU ist eine Gesellschaft, an der das Land mit 60, die Stadt Darmstadt mit 40 Prozent beteiligt ist. Die Stadt ist für die Unterbringung zuständig. Noch residiert das Institut in einem 1897/98 von dem Architekten Emanuel Seidl für Willy Merck errichteten Villenbau mit großer Parkanlage. In der Brandnacht 1944 wurden das Dach mit Giebel und Turm zerstört. 1972 bis 1974 wurde das Dach neu ausgebaut. Das Haus gehört der Stadt.

"Das Gebäude ist von außen sehr schön, aber als ehemaliges Wohngebäude für Büros nur bedingt geeignet", sagt der Leiter der IWU-Verwaltung, Prokurist Helmut Herrschaft. Beleuchtung, aufwendige Treppen, Fensterscheiben - das sei alles nicht mehr zeitgemäß. Das IWU beschäftige sich unter anderem ja auch sehr mit energetischen Fragen, aber das Gebäude sei auf dem Stand des vorletzten Jahrhunderts, und mit Energiesparen hätten die Büros nicht viel zu tun.

Dies bestätigt auch Walter Hoffmann: "Das jetzige Domizil genügt nicht mehr arbeitstechnischen Anforderungen." Außerdem bestehe ein hoher Investitionsbedarf. Deshalb gebe es einen Gesellschafterbeschluss, nach neuen Räumlichkeiten zu suchen.

Die Stadt hat bereits mehrfach versucht, die Villa zu verkaufen. Den ins Auge gefassten neuen Standort im ehemaligen Landratsamt würde der Oberbürgermeister sehr begrüßen, weil dadurch nach seiner Ansicht die Rheinstraße weiter aufgewertet würde. Im September soll dort gegenüber der Aral-Tankstelle das Haus der Wirtschaft eingeweiht werden, die neue Zentrale des Verbands der Metall- und Elektrounternehmen in Südhessen. Hoffmann sprach von einer "interessanten Achse" in Richtung Weststadt. (ryp)

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