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Merck verändert sein Gesicht

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Blick auf den Pützer-Turm aus dem Casino des neuen Merck-Innovationszentrums.
Blick auf den Pützer-Turm aus dem Casino des neuen Merck-Innovationszentrums. © Claus Völker

Der Pharma-Konzern investiert 250 Millionen Euro in eine neue Firmenzentrale. Das expandierende Unternehmen will sich im Zuge seiner Umbaumaßnahmen zur Stadt hin öffnen.

Eher fährt man an Merck vorbei als auf Merck zu“: Dieser alte Spruch gehört bald der Vergangenheit an. Künftig sollen die Verkehrsteilnehmer den Eindruck gewinnen, durch das Firmengelände hindurchzufahren. Denn das expandierende Unternehmen will sich im Zuge seiner Umbaumaßnahmen zur Stadt hin öffnen.

Ein großer Platz, ausgehend vom Eingangsbereich neben dem 1904 gebauten Pützer-Turm, soll das Merck-Gelände auf beiden Seiten der Frankfurter Straße optisch miteinander verbinden. Der Name steht schon fest: Emanuel-Merck-Platz. Insgesamt 250 Millionen Euro investiert Merck für sein neues Erscheinungsbild.

Auf beiden Seiten der Frankfurter Straße 250 herrscht rege Bautätigkeit. Mit dem Fortschritt der Abrissarbeiten und Neubaumaßnahmen ist Architekt Jochen Renner zufrieden. Die Funktion der – inzwischen abgeräumten – Pyramide, durch die alle Besucher geschleust wurden, übernimmt für längere Zeit das auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegende moderne Gebäude F 131. Es verfügt auch über eine Tiefgarage. Ende März oder Anfang April soll das modulare Innovationszentrum östlich der Frankfurter Straße betriebsbereit sein, in dessen Erdgeschoss ein Gäste-Casino untergebracht ist.

Erst vor vier Monaten hatte Baudezernentin Cornelia Zuschke (parteilos) den ersten Spatenstich auf dem früheren Firmenparkplatz ausgeführt. Der rasche Aufbau war möglich, weil die Module vorgefertigt waren und die Bauarbeiter Glück mit dem Wetter hatten.

In diesem neuen Zentrum sollen Arbeitsmethoden eingeführt werden, die in vielen erfolgreichen großen Firmen – etwa bei Google – gang und gäbe sind. „Die Architektur liefert dazu ein gutes Werkzeug“, sagt Jochen Renner. Es wird dort nämlich keine festen Abteilungen geben, sondern Teams, die – je nach Themenschwerpunkt – aus Mitgliedern verschiedener Abteilungen zusammengesetzt werden, um ein Projekt auf den Weg zu bringen. Die Mitarbeiter sollen flexibel sein – wie die Architektur.

Möbel auf Rädern

Die Raumstruktur soll die Kommunikation fördern. Es gibt mehrere Konferenzräume, die beliebig kombinierbar sind, und ein multifunktionales Foyer mit Blick über die Frankfurter Straße in Richtung Unternehmenszentrale.

Eine große offene Arbeitsfläche kann, entsprechend der Größe der Teams, mit Möbeln auf Rädern und Stellwänden unterteilt werden. Von den Arbeitsgemeinschaften werden neue Ideen erwartet, etwa für Schnelltests für Lebensmittelreinheit, Flüssigkristalle im medizinischen Bereich oder Dienstleistungen.

Architekt Renner und der für Innovationen zuständige Arbeitsbereichsleiter Michael Gamber haben sich vor Beginn der Bauplanung Anregungen bei anderen Firmen geholt. Die während der Erprobungsphase mit der neuen Arbeitsstruktur gemachten Erfahrungen sollen beim Bau des endgültigen Innovationszentrums auf der anderen Straßenseite berücksichtigt werden. Bis zur 350-Jahr-Feier der Firma Merck im Jahr 2018 soll das Vorzeigegebäude fertig sein.

Ersatz für die zurückgebaute alte Kantine wurde hinter dem neuen Besuchergebäude geschaffen. Jetzt speisen die Merckianer in einer flachen Halle, die noch im Sommer 2014 von Sportlern genutzt wurde. Die Parksituation wird sich entspannen, sobald das terrassenförmige Parkdeck mit drei Ebenen und 700 Stellplätzen zur Verfügung steht.

Wie sich die Öffnung des Geländes zur Stadt hin auf den Verkehr auswirken wird, soll am 27. Februar erörtert werden. Dazu waren Verkehrszählungen in Auftrag gegeben worden. (pyp)

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