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Mensa vom feinsten

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Sterneköche kochen in der Mensa der TU Lichtwiese.
Sterneköche kochen in der Mensa der TU Lichtwiese. © André Hirtz

In der Mensa an der Lichtwiese verköstigt der Spitzenkoch Stefan Wiertz noch bis Donnerstag die Studenten. Er findet in der Darmstädter Uni gute Vorraussetzungen vor - und vor allem sehr charmante Mitarbeiter".

Stefan Wiertz drapiert noch schnell ein paar Äpfel auf der Theke und schüttet etwas Öl über die Schweinefilets. Alles soll schön aussehen, wenn gleich die hungrige Meute einläuft. „Die Tomaten müssten ein bisschen heißer sein“, stellt er fest, und sofort wird dieser Wunsch von Küchenchef Christoph Löwel weitergegeben: „Die Tomaten noch ein bisschen heißschießen“, ruft er einer Mitarbeiterin zu, die sich in Bewegung setzt und das Gemüse noch mal kurz in den Ofen stellt.

In der Mensa auf der Darmstädter Lichtwiese ist diese Woche ein besonderer Koch zu Gast, der gestern seinen Einstand gab. Im Rahmen der seit zehn Semestern durch die Republik tourenden Telekom-Werbe-Aktion „Campus Cooking“ wird er bis Donnerstag täglich ein Extra-Menü kredenzen. Der „Starkoch“, wie er angepriesen wird, hat unter anderem schon bei der Vox-Show „Kochduell“ den Löffel geschwungen. Das ist zwar schon ein paar Jährchen her, aber den säuselnd singenden Ton des Entertainments hat der große Mann mit Glatze und Fünftagevollbart nach wie vor drauf. Da werden etwa die „Zitronentomaten“ angepriesen „als Ausblick in den nächsten Urlaub“ und „damit wir ein bisschen Sonne im Herzen tragen“.

Gute Modalitäten

Dazu gibt es Schweinefilet und Avocado-Stampfkartoffeln, wofür der selbsternannte Genussnomade laut eigenen Angaben seit 6.30 Uhr in der Mensa-Küche geschafft hat. „Man kann nicht jedes Rezept in jeder Uni kochen“, stellt er fest. Aber die Modalitäten in der hiesigen Küche seien gut. „Viel Fläche, wo man arbeiten kann“, lobt er. „Und sehr charmante, freundliche Mitarbeiter.“ Sandra Roos, die dem Event-Koch vom Mensa-Team als Hilfe zur Seite gestellt wurde, lächelt. „Es ist schon aufregend“, sagt die junge Frau. „Anders als im Alltag.“ Sie kochten nach festem Winter- und Sommerspeiseplan im Drei- bis Vier-Wochen-Wechsel. Da seien Wiertz’ mitgebrachte Gerichte – übrigens die meist verkauften Essen in fünf Jahren „Campus Cooking“ – wirklich was neues. „Eine schöne Sache“, findet auch Küchenchef Christoph Löwel das besondere kulinarische Angebot. „Es ist was anderes, aber auch schön, mal neue Ideen zu kriegen.“ Und Hektik hätten sie ohnehin immer bei 3000 bis 3500 Essern an starken Tagen. Er hoffe, dass die Studenten und Mitarbeiter das zu schätzen wissen.

Lange Schlangen

Und für alle anderen bieten sich ja immer noch die gewohnten Standard-Gerichte. Denn Wiertz fände es „vermessen“, wenn er mehr als ein Extra-Essen täglich anbieten würde. „Wir wollen ja nicht gegen die Mensa, sondern mit der Mensa kochen.“ In der Mensa füllt sich nach Türöffnung so schnell der Ausgabebereich, dass sich direkt vor dem Gastkoch eine lange Schlange bildet. Ganz vorn steht Christian Mehler-Kjer und sahnt den ersten Teller ab. „Weil das mal ‘ne Abwechslung ist zu dem, was man hier sonst kriegt“, begründet der wissenschaftliche Mitarbeiter im Fachbereich Chemie seine Wahl. Und mit der ist er zufrieden: „Nicht überwürzt, genau richtig abgeschmeckt, sticht hervor“, lautet sein Urteil. Unten verteilen derweil Mitarbeiter des Telekommunikationskonzerns Broschüren mit Rezepten und Gewinnspielen. Da wird freilich auch kräftig die Werbetrommel gerührt für Angebote des Unternehmens.

„Für was gibt’s die Kochlöffel“, fragt ein Student am Stand, wo eine Frau auch Koch-Give-aways austeilt. „Fürs Zuhören“, heißt es. Eine Aufgabe, die Studenten jeden Tag meistern. (aw)

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