Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Zivilgesellschaftlicher Protest: An einer Mahnwache an der beschädigten Menora am Erinnerungsort der Liberalen Synagoge nahmen am 21. Juni 2020 mindestens 250 Menschen teil.
+
Zivilgesellschaftlicher Protest: An einer Mahnwache an der beschädigten Menora am Erinnerungsort der Liberalen Synagoge nahmen am 21. Juni 2020 mindestens 250 Menschen teil.

Darmstadt

Menora in Darmstadt beschädigt: 24-Jähriger unter Tatverdacht

Mittels einem Abgleich von Fingerabdrücken ist die Polizei in Darmstadt einem Mann auf die Spur gekommen, der im Verdacht steht, Mitte Juni 2020 das Mahnmal am Erinnerungsort der Liberalen Synagoge auf dem Gelände des Darmstädter Klinikums schwer demoliert zu haben.

  • Mahnmal am Erinnerungsort an die Liberalen Synagoge in Darmstadt wird Mitte Juni 2020 beschädigt.
  • Täter verbiegt den Siebenarmigen Leuchter - ein wichtiges religiöses Symbol des Judentums - mit Brachialgewalt.
  • Nach fast acht Monaten hat die Polizei in Darmstadt einen Tatverdächtigen ermittelt.

Die Polizei in Darmstadt hat einen 24-jährigen Mann ermittelt, der im Verdacht steht, Mitte Juni vergangenen Jahres den Siebenarmigen Leuchter, die Menora, am Gedenkort der am 9. November 1938 von den Nationalsozialisten geschändeten und zerstörten Liberalen Synagoge beschädigt zu haben.

Wie Oberstaatsanwalt Robert Hartmann, der Sprecher der Darmstädter Staatsanwaltschaft, der FR auf Anfrage sagte, kamen die Ermittler dem Mann durch den Abgleich von Fingerabdrücken auf die Spur. Hartmann sagte, der verdächtige Darmstädter habe erklärt, er wolle sich nur über seinen Rechtsanwalt äußern. Dieser habe zunächst Akteneinsicht beantragt. Bislang sei den Behörden nicht bekannt, dass der Mann politisch dem rechten Spektrum zuzuordnen sei, sagte der Sprecher der Ermittlungs- und Anklagebehörde.

Menora am Erinnerungsort der Liberalen Synagoge wurde brachial beschädigt

Nach Ermittlungen der Polizei war das Mahnmal am Vorplatz des Erinnerungsortes an die Liberalen Synagoge auf dem Gelände des Darmstädter Klinikums am Montag, dem 15. Juni, zwischen 12.30 Uhr und 21.10 Uhr so brachial verbogen worden, dass der obere Teil mit den sieben Leuchtarmen nahezu am Boden lag.

Bis zum darauffolgenden Dienstagmittag wurde dann die von den Darmstädter Künstlern Helmut Lortz und Fritz Hausmann gestaltete Edelstahlskulptur wieder von Unbekannten etwas aufgerichtet. Erst im Spätsommer ließ die Stadt das Mahnmal wieder reparieren.

Mahnwache in Darmstadt: Schulter an Schulter

Sechs Tage nach der Tat versammelten sich rund 250 Menschen auf dem Platz vor dem Erinnerungsort der Liberalen Synagoge zu einer Mahnwache, um gegen die Beschädigung der Menora zu protestieren. Bei der Veranstaltung verurteilte Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch die „frevelhafte Schändung“ der Menora.

Martin Frenzel, der Vorsitzende des Fördervereins Liberale Synagoge, sprach von einem „Anschlag“ sowie von einem „Akt der Barbarei und der Verwüstung“. Zugleich forderte Frenzel eine Überwachung der Gedenkstätte mit Kameras gefordert.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare