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Darmstädter Schulen

Mehr Zeit und eine Heizung

Was wünschen sich Darmstädter Schulleiter zum Start ins neue Jahr? Sechs Rektoren verraten ihre Wünsche für das kommende Jahr.

Schulleiter haben eine große Verantwortung gegenüber ihren Schülern, dem Kollegium, den Eltern und nicht zuletzt ihrem Dienstherrn, dem Land. Schulleiter sind als Pädagogen ausgebildet, doch ihre Arbeit fordert sie mehr und mehr als Manager, in personellen, finanziellen und auch baulichen Angelegenheiten.

Wenn es um neue Richtlinien und Erlasse geht oder ums Budget, wenn das Dach leckt, die Toiletten nicht funktionieren oder wenn die Ausstattung für den Ganztagsschulbetrieb zur Diskussion steht, müssen sie Stellung beziehen und Anträge formulieren. Was wünschen sich Schulleiter zum Start ins neue Jahr?

An der Friedrich-Ebert-Schule sollten die Mädchen und Jungen der Klasse 4 a an die Tafel schreiben, was sie sich fürs neue Jahr erhoffen. Oft genannt wurde das neue Schwimmbad mit riesiger Rutsche, weil der Schwimmunterricht gefährdet ist, wenn das Nordbad schließt.

Die Wünsche der Schulleiterin Stefanie Brand (34) sind dagegen von ihrer privaten Situation geprägt: Nächstes Jahr wird sie Mutter, ab Februar wird sie nicht mehr an der Schule tätig sein. "Aber nicht nur für mich bringt diese Situation Neues mit sich, sondern auch für die Schule ergeben sich daraus weitgreifende Veränderungen. Die Schulleiterstelle ist ausgeschrieben, und ich hoffe sehr, dass sie bald mit einer kompetenten Person besetzt werden kann."

Karlheinz Reeg (54), Leiter der Peter-Behrens-Schule, verweist auf eine Wunschliste aus den vergangenen Jahren, die noch immer aktuell ist: Darauf steht etwa der Neubau eines zeitgemäßen Werkstattgebäudes sowie eines Mehrzweckgebäudes (Turnhalle, Aula) für Erasmus-Kittler-Schule und Peter-Behrens-Schule im Berufsschulzentrum Mornewegstraße.

Darüber hinaus sollte die Lehrerzuweisung noch mehr die tatsächlichen pädagogischen Anforderungen berücksichtigen: etwa Unterricht in kleinen Landesfach-klassen, in der Justizvollzugsanstalt Eberstadt sowie in Klassen mit besonderem Förderbedarf. "Diese Maßnahmen würden dazu beitragen, dass ich als Schulleiter mehr Zeit hätte, um Lehr- und Lernbedingungen für 2500 Schüler sowie Auszubildende in 35 Berufen und für 120 engagierte Lehrkräfte besser gestalten zu können."

Raum für Visionen

Die Leiterin der Schillerschule hat ein zentrales Anliegen: "Ich wünsche uns Zeit, Zeit, Zeit, um gute Ideen und Visionen für unsere Schule zu entwickeln, um entwickelte Konzepte gemeinsam umzusetzen und zu erproben, Fertigkeiten zu trainieren und um Erfolge zu genießen", sagt Ingrid Kunkel (58). "Ach, wäre das schön!" Auch das Vertrauen der staatlichen Stellen und die Unterstützung und Zusammenarbeit mit allen Menschen und Institutionen, die sich zum Wohl der Kinder engagieren, sind ihr wichtig. "Kinder brauchen mehr denn je Halt und Orientierung sowie viele Menschen, die sich für sie verantwortlich fühlen und an sie glauben."

Knut Gutmann (61) leitet die Mornewegschule und wünscht sich mehr Aufmerksamkeit der Politik für Bildung und Erziehung. "Wir haben gesehen, dass ganz offensichtlich auf genügend Geld zurückgegriffen werden kann, wenn staatstragende Institutionen gefährdet sind." Staatstragend sind für ihn aber nur die Kinder.

Es geht ihm darum, Selektion zu vermeiden, die daraus resultiert, dass das System Menschen aussondert, in der Schule wie auch in der Gesellschaft. Und für seine Schule konkret wünscht Gutmann sich, dass die Heizungsproblematik gelöst wird: "Seit inzwischen vier Wintern müssen Schüler in Mänteln und Jacken unterrichtet werden, da es nicht gelingt, das obere Stockwerk kontinuierlich zu beheizen."

Käthe Lemps (53) größter Wunsch, die Rückkehr der Vorklassen nach Bessungen, geht im nächsten Jahr wohl in Erfüllung. "Dann werden hoffentlich auch die Baumaßnahmen beginnen, damit unsere Schüler eine ansprechendere und zeitgemäße Lernumgebung mit ausreichendem Platz bekommen", hofft die Leiterin der Herderschule.

Um den Schülern besser gerecht werden zu können, wünscht sie sich außerdem, dass die Schulsozialarbeit einen festen Platz bekommt und die Schüler in die pädagogische Mittagsbetreuung der Grundschulen ihres Wohnbezirks einbezogen werden. Und ganz dringend: Die Stellen des Hausmeisters und der Schulsekretärin sollen erhalten bleiben.

Vernünftige Eltern

Wolfgang Germann (55), Leiter der Justus-Liebig-Schule, wünscht sich ebenfalls eine zeitgemäße räumlich-sächliche Ausstattung. "Ich denke dabei nicht nur an die überfällige Einrichtung einer Mensa." Auch von den Eltern wünscht er sich etwas: Sie stellten ihre Kinder immer öfter vor unerfüllbare Anforderungen, indem sie sich gegen den Rat der Grundschule für die falsche weiterführende Schule entschieden. Manches Kind leide unter der Überforderung.

"Ich wünsche mir, dass im Frühjahr 2010 alle Eltern die angemessene Schule für ihr Kind finden mögen, und zwar gemeinsam mit den Grundschulen, die das schulische Leistungsvermögen sehr gut einschätzen können." Der für 2010 geplante gemeinsame Schulentwicklungsplan für die Stadt und den Landkreis sollte Möglichkeiten schaffen, den Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes der Region gerecht werden zu können. (how)

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