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Die Darmstädter Nachkriegssiedlung wird sich städtebaulich weiter verändern.

Wohnen in Darmstadt

Mehr Wohnraum in der "Postsiedlung"

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Der Bauverein will in Darmstadt fünf Häuser in der Postsiedlung abreißen lassen und durch sechs Neubauten mit 124 Wohnungen ersetzen

Die städtebauliche Struktur der in den 1950er Jahren erbauten „Postsiedlung“ hat sich in den vergangenen Jahren sichtbar verändert. Schrittweise hat die Bauverein AG Bestandsgebäude modernisiert, um das urbane Quartier aufzuwerten. Wie 1950, als die städtische Wohnungsbaugesellschaft das Gelände erwarb, um dort Wohnungen für Mitarbeiter des Fernmelde- und Posttechnischen Zentralamtes zu bauen, hat Darmstadt auch heute ein Problem: Es fehlen viele bezahlbare Wohnungen. Daher wird das Quartier seit 2008 umgestaltet, und es wurden Gebäude aufgestockt.

Von Frühjahr an plant der Bauverein nun, ein größeres Areal an der Moltkestraße baulich zu verdichten und zu erneuern. Im Gegensatz zu den bisherigen Projekten eignen sich nach Angaben des Bauvereins jedoch die Gebäude Moltkestraße 3 bis 19 nicht für eine Aufstockung. Daher sollen die fünf Häuser abgerissen und auf dem frei werdenden Gelände Neubauten errichtet werden. Auch der Gestaltungsbeirat der Stadt hat sich im vorigen Jahr schon zweimal mit dem Vorhaben beschäftigt und entsprechende Anregungen gegeben. Diese wurden inzwischen in die Planungen eingearbeitet. So wurde die Anordnung der Gebäude leicht verändert, um zwischen den Häusern größere Innenhöfe und mehr Grünzonen zu erhalten.

Nach den Entwürfen des Architekturbüros Planungsgruppe Drei aus Mühltal und der Darmstädter Landschaftsarchitektin Angela Bezzenberger sollen auf der frei werdenden Fläche zwischen der Moltkestraße, der Binger und der Bessunger Straße vom Sommer an sechs Gebäude mit einer Wohn- und Nutzfläche von rund 11 000 Quadratmetern errichtet werden. Ziel ist es nach Angaben des Bauvereins, mit der geplanten „behutsamen Verdichtung zusätzlichen Wohnraum in einer sehr begehrten Wohnlage zu schaffen“.

Die Neubauten sollen die bauliche Struktur des Quartiers aufnehmen und werden aus drei L-förmigen Zeilenbauten entlang der Moltkestraße sowie drei kleineren Gebäuden bestehen, die versetzt und in Fächerform angelegt sind. Fünf der Gebäude sind viergeschossig und mit einem Staffelgeschoss versehen, das sechste wird fünfgeschossig sein. Insgesamt sind in den Gebäuden 124 Wohnungen vorgesehen, was einer Verdreifachung der Wohnfläche gegenüber der bisherigen Bebauung entspricht. 45 Prozent der Wohnungen werden nach einer entsprechenden Vereinbarung zwischen dem Bauverein und der Stadt gefördert: 25 Prozent sind öffentlich gefördert, weitere 20 Prozent für Empfänger von mittleren Einkommen reserviert.

Während in einem der L-förmigen Gebäude auf zwei Stockwerken eine Kita untergebracht werden soll, wird im benachbarten Haus Platz für die Betreuung der Kinder aus der nahen Heinrich-Heine-Grundschule geschaffen. Zwischen den Häusern sollen große Innenhöfe und grüne Begegnungsflächen entstehen, die als Treffpunkte gedacht sind.

Zudem wird unter dem Gebäudeensemble eine Garage für Autos gebaut. Allerdings soll für das dicht besiedelte innerstädtische Quartier auch noch ein Mobilitätskonzept entwickelt werden, um die Bewohner zum Umstieg auf

alternative und nachhaltigere Verkehrsmittel zu bewegen. So soll das Mobilitätsangebot etwa Car Sharing, Leihräder und -Pedelecs umfassen.

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