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Mehr Trümmer als erlaubt

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Bauschutt türmt sich dort, wo früher der Ausstellungsturm des Smart-Autohauses stand.
Bauschutt türmt sich dort, wo früher der Ausstellungsturm des Smart-Autohauses stand. © Claus Völker

Auf dem Gelände des ehemaligen Smart-Turms wird möglicherweise illegal Bauschutt abgeladen - neben Stahl und Glas finden sich hauptsächlich Betonbrocken und Pflastersteine auf dem Areal.

Hauptsächlich aus Stahl und Glas bestand das Smart-Center an der Gräfenhäuser Straße in Darmstadt: Der 1998 errichtete Ausstellungsturm für 27 motorisierte Stadtflitzer war knapp 15 Jahre lang einer der ersten baulichen Willkommensgrüße an der nordwestlichen Zufahrt nach Darmstadt. Seit 2011 stand der Turm jedoch leer, diesen Sommer wurde er abgerissen.

Keine legale Sammelfläche für Bauschutt

Stahl und Glas – doch es sind vor allem Pflastersteine und Betonbrocken, die sich heute auf dem Areal türmen. Tatsächlich war auch der Parkplatz des Smart-Centers gepflastert. Dennoch gibt es Zweifel, ob der dort gelagerte Bauschutt wirklich nur aus Smart-Hinterlassenschaften besteht. Alles andere wäre jedoch unzulässig.

Kurzzeitige Lagerung von Bauschutt auf dem Abbruchgelände ist auch ohne gesonderte Genehmigung zulässig, heißt es im Merkblatt „Entsorgung von Bauabfällen“ der drei hessischen Regierungspräsidien. Erst wenn die Lagerzeit ein Jahr überschreitet, muss eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz eingeholt werden. Klar ist aber auch: Die Regelung gilt nur für den an dieser Stelle entstandenen Abfall. Das Areal wird damit nicht zur legalen Sammelfläche für Bauschutt.

Der Abriss des Smart-Turms sei mit städtischer Genehmigung ordnungsgemäß erfolgt, erklärt auf Anfrage Regierungspräsidiums-Sprecher Dieter Ohl. Im September sei bei der Behörde ein Hinweis auf illegale Bauschutt-Lagerung eingegangen. Ein Kontrolleur des Abfalldezernats sah sich daraufhin vor Ort um und machte Fotos, fand jedoch kein unzulässiges Material. Anfang November habe das RP erneut einen ähnlichen Hinweis erhalten, berichtete Ohl am Freitag. Erneut habe der Kontrolleur das Areal in Augenschein genommen, wiederum Fotos gemacht – und beim Vergleich mit den Bildern vom September festgestellt, „dass der Schuttberg deutlich zugenommen hat“. Mutmaßlich lagerten dort nun mehr als 100 Tonnen Bauabfälle – ab dieser Größenordnung übernimmt das RP die Zuständigkeit von der Stadt. Man werde als nächstes das Abbruchunternehmen anschreiben und den Abtransport des hinzugekommenen Bauschutts verfügen, sagte der RP-Sprecher. Hinweise auf Schadstoffe in den Schutthaufen gebe es nicht.

Über 100 Tonnen Bauabfälle

„Wir sind da seit Monaten nicht mehr beschäftigt“, sagt Oliver Todte vom Abbruchbetrieb Todte aus Mainz-Kastel, das den Smart-Turm abgerissen hatte über die Fläche. Das Unternehmen habe dort auch keinen anderswo entstandenen Bauschutt abgekippt. „Vielleicht hat hin und wieder mal einer eine Schubkarre am Zaun geleert“, mutmaßt Todte. Das Areal des früheren Smart-Centers gehört inzwischen einem Wiesbadener Unternehmen, das an dieser Stelle eine Lagerhalle errichten will. bad

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