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Mehr Raum für Fußgänger

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Breitere Bürgersteige und mehr Grün sollen die Grafenstraße schon bald attraktiver machen.
Breitere Bürgersteige und mehr Grün sollen die Grafenstraße schon bald attraktiver machen. © Guido Schiek

Der Magistrat beschließt die Umgestaltung der Darmstädter Grafenstraße. Weiter gilt Tempo 30.

Als Cornelia Zuschke das Umgestaltungskonzept für die Grafenstraße erläutert, gibt es zum Einstieg eine Runde Mitleid. „Mein Gott, was muss diese Straße alles können?“, seufzt die parteilose Baudezernentin. Der kurze Abschnitt zwischen Rheinstraße im Norden und Elisabethenstraße im Süden nimmt täglich viel Autoverkehr auf, hat ein Parkhaus und eine ganze Reihe von Geschäften, muss viele querende Fußgänger auf dem Weg zu den Innenstadt-Geschäften verkraften. Dazu ein- oder ausparkende Pkw, Radfahrer und Lkw, die Nachschub für die Läden bringen.

Dieses Gewusel soll entschleunigt werden, ohne dass eine Nutzung dominiert. Also kein Vorrang für den Durchgangsverkehr, aber auch keine Verbannung der Autos zugunsten einer Ausweitung der Fußgängerzone. Das vom Magistrat beschlossene Konzept geht nun in die Ausschüsse und die Stadtverordnetensammlung. „Wir leben in einer Übergangszeit hin zu weniger motorisiertem Individual- und mehr Radverkehr sowie Öffentlichen Personennahverkehr.“ Kein Verkehrsteilnehmer sei besser oder schlechter. Mit moralischen Argumenten geführte Diskussionen und Anfeindungen, so Zuschke, regten sie auf.

Möglichst viele Interessen unter einen Hut zu bringen, kennzeichnet daher auch die Konzeption zur Umgestaltung der Grafenstraße. Sie ist zugleich ein zentraler Bestandteil des Programms zur Sanierung der Mollerstadt. Die Städtebaufördermittel werden zu je einem Drittel getragen von Bund, Land und Stadt.

Für die Neugestaltung der Grafenstraße wurden ursprünglich 2,1 Millionen Euro veranschlagt. Allerdings ist die erste Kostenschätzung noch nicht fortgeschrieben worden, wie die Baudezernentin betont. Die Grafenstraße bleibt durchgehend Tempo-30-Zone. Zwischen der Rheinstraße und der Ausfahrt Parkhaus ist sie in beiden Richtungen nutzbar. Das ermöglicht Parkhauskunden das Linksabbiegen Richtung Rheinstraße und entspricht der jetzigen Regelung, die probeweise schon seit knapp einem Jahr gilt. Zuvor hatte es Experimente mit anderen Verkehrsführungen gegeben.

Ab Parkhausausfahrt gilt Richtung Elisabethenstraße eine Einbahnstraßenregelung. Das Linksabbiegen aus der Adelungstraße nach Norden wird nicht mehr möglich sein. Die Grafenstraße hat ab Parkhaus nur noch eine und auf 4,50 Meter Breite reduzierte Fahrbahn. Dadurch können 20 Bäume gepflanzt werden.

Breitere Bürgersteige

„Breitere Bürgersteige und größere Flächen für die Außengastronomie werden“, da ist sich Zuschke sicher, „die Grafenstraße als Einkaufs- und Geschäftsstraße aufwerten.“ Im gesamten Verlauf werden neun Kurzzeitpark- und zwei Behindertenplätze ausgewiesen. Auf dem Platz vor dem Stadthaus Grafenstraße soll eine Grünfläche mit drei großen Bäumen angelegt werden. Auch „irgendwas mit Wasser“, so Zuschke. Damit werde man eine befestigte Fläche entsiegeln und Wünschen aus der Bürgerschaft nachkommen. Dazu soll es eine gesonderte Planung geben.

Drei der bisher fünf Behindertenparkplätze bekommen einen neuen Standort um die Ecke in der Elisabethenstraße. Von dort besteht eine direkte Verbindung zu der Rampe, die zum Eingang des Stadthauses führt. Die Taxistände wechseln die Straßenseite. Während des gesamten, auf ein Dreivierteljahr veranschlagten Umbaus soll die Grafenstraße nutzbar sein – „eine Operation am offenen Herzen“, wie Zuschke erklärt. „Am Ende werden die Bürger ganz anders auf die Grafenstraße schauen. Sie kommt mit hoher Wertigkeit daher.“ ryp

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