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Mehr Patienten bringen schwarze Zahlen

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Von: Jens Joachim

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Freut sich über den wirtschaftlichen Gewinn: das Klinikum Darmstadt.
Freut sich über den wirtschaftlichen Gewinn: das Klinikum Darmstadt. © Andreas Arnold

Das Klinikum Darmstadt erwirtschaftet erstmals seit zehn Jahren wieder einen Überschuss.

Noch vor vier Jahren steckte das Darmstädter Klinikum tief in den roten Zahlen.         Ein Minus von 18 Millionen Euro waren eine schwerer Schlag ins Kontor für die Klinikgeschäftsführung und den zuständigen städtischen Klinikdezernenten. Am Mittwochvormittag jedoch konnte Clemens Maurer, der kaufmännische Geschäftsführer des Klinikum Darmstadt GmbH ein erfreuliches vorläufiges Jahresergebnis für die GmbH präsentieren. Denn erstmals nach zehn Jahren konnte das Klinikum im vergangenen Jahr schwarze Zahlen erwirtschaften. 

Während andere Krankenhäuser in der Region weiterhin jährlich hohe Defizite erwirtschaften – so wird etwa das Minus für das Jahr 2017 bei den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg mit Standorten in Groß-Umstadt und Jugenheim mehr als sieben Millionen Euro betragen – betrug das Plus für das Kerngeschäft des Klinikums an den beiden Standorten in Darmstadt und Eberstadt 1,245 Millionen Euro. Weil jedoch für das Marienhospital ein Defizit von rund 1,4 Millionen Euro verbucht werden musste, lag das Gesamtergebnis der Klinikum Darmstadt GmbH – inklusive der Ergebnisse für alle Tochterunternehmen – bei 119 000 Euro. Der Businessplan sieht für dieses Jahr beim Gesamtergebnis ein Plus von einer Million Euro vor.

„Hoch gesteckte Ziele erfüllt“

Mit der Ergebnistrendwende sei im vorigen Jahr „ein ganz entscheidender Schritt gelungen“, sagte Darmstadts Stadtkämmerer André Schellenberg (CDU), der Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums ist. Mit dem positiven Ergebnis seien die von der Geschäftsführung, dem Aufsichtsrat und den Gesellschaftern „hoch gesteckten Ziele erfüllt worden“. Im Krankenhaus seien die Ziele mit dem Einsatz der 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „sogar übererfüllt“ worden, sagte Schellenberg.

Um den begonnenen Zentralen Neubau auf dem Areal an der Grafenstraße realisieren sowie in Bestandsbeauten, die Medizintechnik und informationstechnische Anlagen investieren zu können, seien jährliche Überschüsse „zwingende Voraussetzung“, sagte Geschäftsführer Maurer. Die positive Leistungsentwicklung der vergangenen fünf Jahre zeige, dass das Klinikum die Stärke habe, die geplanten Steigerungen zu realisieren.

Von 2013 bis 2017 gab es bei den stationären Fällen eine Steigerung um 13 Prozent. Die Zahl der behandelten Patienten nahm in diesem Zeitraum um knapp 4700 zu. Zudem wurden im Klinikum sechs Prozent mehr ambulante Fälle registriert. Das entspricht einer Steigerung um mehr als 5900 Patienten. 

Positive Rückmeldungen wurden auch über die Umfragebogen registriert, mit denen Patienten ihre Behandlungen bewerten können: Bei 2400 Bewertungen habe die Weiterempfehlungsrate 94 Prozent betragen, heißt es in einer Mitteilung des Klinikums. Die ärztliche und medizinische sowie die pflegerische Versorgung und Leistung wurde im Durchschnitt mit der Schulnote gut bis sehr gut bewertet.

Der Umsatz des Klinikum Darmstadt GmbH lag 2017 bei rund 217,7 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Gewinn vor Zinsen und Steuern) lag bei 2,7 Millionen Euro. Und der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen betrug sechs Millionen Euro. Maurer zufolge wird aus den Zahlen deutlich, dass das Klinikum wegen einer nicht ausreichenden Finanzierung vier Millionen Euro aus eigenen Kräften selbst finanzieren muss. „Das ist Geld, das uns für Personal, für die Patientenversorgung oder auch Ausstattung fehlt“, kritisiert der Klinikgeschäftsführer.

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