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Auf dem neuen Betriebsgelände ist doppelt soviel Platz.
Auf dem neuen Betriebsgelände ist doppelt soviel Platz. © Roman Grösser

Als Eigenbetrieb kommunale Aufgaben und Dienstleistungen geht der EAD neue Wege

Die Zeit der verteilten Betriebsstätten und Standorte, der beengten Lagerkapazitäten und der vielen logistisch-organisatorischen Zwänge hat ein Ende. Am 29. August soll der größte Eigenbetrieb der Stadt, der EAD (Eigenbetrieb für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Darmstadt), an seinem neuen Standort auf der Knell betriebsbereit sein. Ab 30.?August werden die Bürger Dienstleistungen im Sensfelder Weg 33 in Anspruch nehmen können.

Der Umzug wird auch zur Umbenennung des Betriebs genutzt – was angesichts des Aufgabenspektrums angemessen ist. Das Kürzel EAD bleibt bestehen, der Eigenbetrieb selbst aber wird umbenannt in Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen. Auch der Slogan wird erneuert. Das holprige „Heute für morgen entsorgen“ wird ersetzt durch „Wir sorgen für morgen“.

Aber zunächst steht die Abwicklung des Gestern an. „Wir werden nicht umgezogen, wir ziehen selbst um“, sagte Betriebsleiterin Sabine Kleindiek gestern beim Betriebsrundgang. Die EAD-Abteilungen organisieren in Eigenverantwortung ihre Umzüge aus den drei Betriebsstätten in der Haasstraße, der Gräfenhäuser Straße und am einst größten Standort Niersteiner Straße.

Umzug Ende des Monats

Seit dem Jahr 2000, so Kleindiek, gebe es Umzugspläne, weil an den alten Standorten keine Erweiterung möglich war. Das künftige EAD-Betriebsgelände ist doppelt so groß wie das in Bessungen. Auf 42 000 Quadratmetern entstand eine hochmoderne Ansammlung von Gebäuden für Wirtschaft, Lager und Verwaltung, dazu Tankstelle und Fahrzeugwaschplatz. Investiert wurden netto samt Kaufpreis 25 Millionen Euro. Die Baugenehmigung gab es im Oktober 2009, 22 Monate später erfolgt nun der Einzug.

Größter Bau ist der 85 Meter lange Verwaltungstrakt mit Kundenzentrum und Kantine. „Das größte Passivhaus in Darmstadt“, hebt Baudezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne) hervor. Die Beheizung erfolgt CO2-frei über Fernwärme aus dem Müllheizkraftwerk, die Kohlendioxid-Einsparung gegenüber einer Gas-Heizung beträgt 600 Tonnen pro Jahr. Darüber hinaus reduziert das Haus „mit intelligenten ökologischen Konzepten“ den Wasserverbrauch durch Regenwassernutzung und Zisterne.

Auf den Fahrzeughallen und dem Werkstattgebäude wurde die größte Photovoltaikanlage Darmstadts installiert. Hallen überhaupt: Feste Gehäuse gibt es nicht nur für Fahrzeuge (Schulbusse, Kehrmaschinen, Spülfahrzeuge) die Lastwagen-Werkstatt und das Zentrallager, nein, überdachte Flächen gibt es auch für den Laubsammelplatz und die Abfallsortierung. Die Recyclingstation samt Sammelstelle für Sonderabfall wurde großzügig gestaltet. Kleindiek: „Kein Vergleich zur beengten Situation in der Niersteiner Straße.“ Bequem für private Anlieferer: Die Entsorgungsstellen sind über eine separate Zufahrt erreichbar und die Öffnungszeiten sollen ausgedehnt werden.

„Der EAD mitten in einem Wohngebiet, das konnte nun wirklich nicht so bleiben“, sagte Lindscheid. Sabine Kleindiek ist „einfach maßlos stolz“ auf das Erreichte und dass die Stadt vorbildlich zu ihrem „Logistikbetrieb“ stehe. Auf dem neuen Gelände könne man endlich auch stärker gewinnbringende Wege gehen: „Weg von der Abfallwirtschaft, hin zur Ressourcenwirtschaft, das ist die Aufgabe.“ (phg.)

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