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Mehr Geld für Opel-Leiharbeiter

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Opel wird den etwa 300 Leiharbeitern in der Produktion des Automobilherstellers für gleiche Arbeit den gleichen Lohn wie der Stammbelegschaft zahlen. Dagegen ändert sich für weitere 750 Leiharbeiter im Internationalen Technischen Entwicklungszentrum vorerst nichts.

Eine „sehr gute Botschaft“ hat Opel-Betriebsratsvorsitzender Klaus Franz gestern Mittag vor rund 250 Beschäftigten verkündet, die am Aktionstag gegen Lohndumping der IG Metall teilnahmen: Betriebsrat und Geschäftsleitung haben vereinbart, den etwa 300 Leiharbeitern in der Produktion des Automobilherstellers für gleiche Arbeit den gleichen Lohn wie der Stammbelegschaft zu zahlen. Das bedeutet für die Betroffenen, dass ihr Einkommen ab sofort auf einen Schlag um satte 30 Prozent in die Höhe schnellt.

Aktionstag des DGB

Für weitere 750 Leiharbeiter, die bei Opel im Internationalen Technischen Entwicklungszentrum (ITEZ) beschäftigt sind, ändert sich vorerst nichts. Hier, so Franz, ist auch weniger Eile geboten, weil die Ingenieure im ITGZ ohnehin finanziell besser gestellt sind.

Die Gleichstellungsvereinbarung für Leiharbeiter bei Opel nannte Klaus Franz ein Signal an die Politik, einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen und endlich Schluss zu machen mit unsozialer Leiharbeit, die bundesweit mehr als 900?000 Beschäftigte diskriminiere.

Unter dieser Ungerechtigkeit, „die zum Himmel stinkt“ (Franz), hat auch ein gutes Drittel der 380 Köpfe zählenden Belegschaft des innerhalb des Opelwerkes ansässigen Zulieferers SCR zu leiden. Sie seien mit einem monatlichen Einkommen von 1300 Euro noch erheblich schlechter gestellt, als bisher die Leiharbeiter bei Opel, die im Schnitt auf das Doppelte gekommen seien. Franz versprach den SCR-Kollegen eine „moralische Partnerschaft“ mit dem Ziel, der Arbeit zum halben Preis für eine ähnliche Tätigkeit wie bei Opel einen Riegel vorzuschieben.

Mit dem bundesweiten Aktionstag „Gegen Lohndumping – für sichere und faire Arbeit“ appelliert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) an die Bundesregierung, der Schlechterstellung von Leiharbeitern einen Riegel vorzuschieben. (eda)

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