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Mehr Bahnen für die Erste Liga

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Zu Heimspielen von Bundesligist Darmstadt 98 fahren künftig mehr Straßenbahnen.
Zu Heimspielen von Bundesligist Darmstadt 98 fahren künftig mehr Straßenbahnen. © Claus Völker

Heag-Mobilo führt für die Saison in der Fußball-Bundesliga neues Verkehrskonzept ein. Das Ziel: ein effizienter Einsatz der Fahrzeuge.

Busse und Bahnen sind im Großeinsatz, wenn Fußball-Erstligist SV Darmstadt 98 am Stadion Böllenfalltor spielt. 6400 Fans sind in der vergangenen Zweitliga-Saison durchschnittlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Lilien-Heimspielen gefahren – fast 110 000 Fahrgäste. Das sind 39 Prozent aller Stadionbesucher. Künftig werden es wohl mehr sein. Denn in der zurückliegenden Spielzeit war die Arena nur vier Mal ausverkauft. „Wir gehen davon aus, dass das in der Bundesliga jedes Mal der Fall ist“, sagt Heag-Mobilo-Geschäftsführer Michael Dirmeier. Mehr Busse und Bahnen als bislang für Zusatzfahrten eingesetzt worden sind, hat das Verkehrsunternehmen aber nicht.

Deshalb wurde in der Heag-Mobilo-Zentrale am Böllenfalltor ein neues Konzept erarbeitet. Das Ziel: Ein effizienter Einsatz der Fahrzeuge. Der Fokus ist vor allem auf die Zeit nach Spielende gerichtet. „Vor dem Spiel verteilen sich die ankommenden Stadionbesucher auf mehrere Stunden“, sagt die Leiterin Straßenbahnverkehr, Vera Amato. Nach Abpfiff wollen alle auf einmal weg.

Die Konsequenz: Nach Spielende fahren von der Haltestelle „Stadion/Steinbergweg“ nur noch Straßenbahnen der Linie 2 in die Innenstadt – über den Luisenplatz zum Hauptbahnhof. Wer weiterfahren will, muss am Luisenplatz umsteigen.

Denn die Trams haben eine größere Kapazität als Busse. 340 Fahrgäste passen in einen Zug. „Zudem kommen die Bahnen über den Hauptbahnhof schneller wieder zurück zum Stadion und können eine neue Tour fahren“, sagt Vera Amato. Vier Trams sind im normalen Linienverkehr vom Böllenfalltor aus in Betrieb. Nach einem Spiel sind es 14. „Das ist ein Viereinhalbminutentakt“, sagt Amato.

Zusätzliches Personal für die Sicherheit

Bis zwei Stunden nach dem Spiel und ab drei Stunden vor Anpfiff setzt Heag-Mobilo zusätzliche Fahrzeuge ein. Wie in der vergangenen Saison starten die Sonderfahrten in Eberstadt, Griesheim und Kranichstein und fahren direkt zum Stadion. Weitere Drehscheiben sind Hauptbahnhof und Luisenplatz.

An der Kreuzung Rheinstraße/Neckarstraße sowie am Luisenplatz sind Heag-Mitarbeiter postiert. Sind Busse und Bahnen voll oder reichen die eingesetzten Fahrzeuge nicht aus, ordern sie weitere. 30 zusätzliche Fahrzeuge befinden sich in Reserve – auch die Busse, die Gästefans vom Südbahnhof zum Stadion bringen.

Am Luisenplatz und vor allem nach Spielende am Böllenfalltor sorgt zusätzliches Personal für die Sicherheit. „Sie achten darauf, dass sich beim Einstieg niemand verletzt, dass sich niemand im Bereich der Kupplung befindet“, sagt Vera Amato. Gerade am Böllenfalltor ist es eng. Weil der barrierefreie Bahnsteig zu schmal ist und noch verbreitert werden muss, ist der Zustieg für die Abfahrt zunächst ein Stück stadteinwärts gerückt. Doch Gedränge gibt es gleichwohl. „Deshalb setzen wir hier mehr Mitarbeiter ein“, führt Geschäftsführer Dirmeier aus.

Zwar erhält Heag-Mobilo vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) etwa 100 000 Euro für den Verkauf der Eintrittkarten, die auch RMV-weit gültig sind. „Doch die Kosen sind höher“, sagt Heag-Mobilo-Geschäftsführer Matthias Kalbfuss. Die kalkulierte Summe will er nicht nennen. Doch es ist ein sechsstelliger Betrag. Aufkommen müssen dafür die Stadt Darmstadt und der Landkreis Darmstadt-Dieburg. Kalbfuss erwartet da keine Probleme: „Das ist durch unseren Beförderungsauftrag abgedeckt. (rf)

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