1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Mehr ausgeben, um zu sparen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Insgesamt 10,75 Millionen Euro soll die Sanierung der Ausstellungshallen auf der Mathildenhöhe kosten.
Insgesamt 10,75 Millionen Euro soll die Sanierung der Ausstellungshallen auf der Mathildenhöhe kosten. © Claus Völker

Darmstadt will kräftig in die Ausstellungshallen auf der Mathildenhöhe investieren, weil Temperatur und Feuchtigkeit für die Exponate nicht optimal sind. Die bisher veranschlagten 9,2 Millionen Euro reichen allerdings nicht aus - zusätzliche 1,55 Millionen Euro sind notwendig.

Die Ausstellungshallen auf der Mathildenhöhe sind ein Sanierungsfall. Weil dort die für das Präsentieren und Lagern von Exponaten notwendige Temperatur und Feuchtigkeit nicht gewährleistet sind, will die Stadt kräftig investieren. Das Gebäude soll unter anderem gedämmt werden und eine neue Klimaanlage erhalten. 9,2 Millionen Euro hatte die Betriebskommission dafür vorgesehen. Nach Abschluss der Vorplanung steht nun fest, dass dieser Betrag nicht ausreicht. Zusätzliche 1,55 Millionen Euro sind demnach notwendig.

Unvorhersehbare Kosten und ein umfangreicheres Sanierungskonzept sind Gründe für die Mehrkosten. „Die Maßnahmen sind sinnvoll, weil wir dadurch auch Energiekosten einsparen können“, begründet die städtische Sprecherin, Sigrid Dreiseitel die Änderung. Nicht eingeplant war beispielsweise der hohe Sanierungsbedarf des Hochzeitsturms. So musste die Statik der Turmspitze verbessert werden. Kosten: 480 000 Euro. Hinzu kamen im August und September die Sanierung der Toiletten und der Einbau eines neuen Aufzugs in dem Ausstellungsgebäude. Zudem muss die Stadt dem Pächter des Cafés eine Entschädigung zahlen, weil das Lokal wegen der Arbeiten schließen musste. Hinzu kommen allein 200 000 Euro als Umzugskosten für die Exponate, die in Dieburg zwischengelagert werden. Unterm Strich bleiben dann 7,75 Millionen Euro für die Sanierung übrig.

Das Geld reicht durchaus aus, wenn nur die auf Basis der 2001 vorgelegten Studie des Fraunhofer Instituts für Bauphysik ausgearbeitete Variante umgesetzt würde. Diese sieht vor, das Dach besser zu dämmen und die Anlagen für die Wärme- und Kältetechnik sowie die Raumluft zu erneuern. Auch soll die gesamte Heizung, die Sanitär-, Elektro- und Sicherheitsinstallation erneuert werden.

Kredit in 37,5 Jahren abbezahlt

Den klimatischen Erfordernissen der Ausstellungshallen genügte das. Es hätte aber nicht „zu nennenswerten Einsparungen bei den Energiekosten geführt“, heißt es in der Magistratsvorlage, die am Donnerstag der Haupt- und Finanzausschuss diskutiert.

Die neuen Pläne sollen Energie und damit später Kosten einsparen. “ Das wird durch die jetzt geplante Sanierung sichergestellt“, sagt Dreiseitel. Doch die vom Eigenbetrieb Kulturinstitute und vom Magistrat befürwortete neue Variante ist teurer. Sie beinhaltet den Einsatz von Geothermie für Heizung und Klimaanlage. Auch ein sogenannter Rückkühler ist notwendig. Geplant ist zudem der Bau eines Blockheizkraftwerks. Vierter zusätzlicher Baustein ist eine Oberflächentemperierung. Auf 1,55 Millionen Euro schätzt das beauftragte Planungsbüro die daraus entstehenden Mehrkosten. Über einen Kredit will der Eigenbetrieb den Betrag aufbringen. Finanziert werden soll das Darlehen über das bei den Energiekosten eingesparte Geld.

Um 66 000 Euro sollen diese Ausgaben im Vergleich zu den bisherigen Aufwendungen sinken, hat die Betriebsleitung des Eigenbetriebs ausgerechnet. In 37,5 Jahren wäre der Kredit abbezahlt, wenn das eingesparte Geld zur Tilgung des Kredits verwendet wird. Schneller ginge es nur, wenn der Eigenbetrieb eigenes Geld drauflegt. Den Löwenanteil der Sanierung finanziert der Eigenbetrieb selbst. Im Frühjahr sollen die Detailplanungen abgeschlossen sein und ein Zeitplan vorliegen. rf

Auch interessant

Kommentare