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Mehr arme Alte suchen Hilfe

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Immer mehr arme Alte nehmen das niedrigschwellige Angebot des Streetworker-Bus der Drogenhilfe-Einrichtung „Scentral“ in Anspruch und freuen sich über Trinken und Essen. Das Klientel hat sich damit stark gewandelt.

Wie jeden Dienstag steht auch am Tag vor Heiligabend wieder der Streetworker-Bus der Drogenhilfe-Einrichtung „Scentral“ auf dem Darmstädter Luisenplatz. Helfer verteilen Mandarinen und anderes gespendete Obst, Kekse, schenken Kaffee und Tee aus.

Besonders viel los ist nicht kurz vor Weihnachten rund um den Bus von „Scentral“. Das Klientel, anfangs hauptsächlich Süchtige und Obdachlose, habe sich in den vergangenen Jahren gewandelt, berichtet Sozialpädagogin Ute Schnur, die schon seit 17 Jahren als Streetworkerin mit dem Bus unterwegs ist.

Auffällig sei, dass immer mehr arme Alte das niedrigschwellige Angebot in Anspruch nähmen, aber auch immer mehr Osteuropäer. Beim „Scentral“ müsse sich – anders als bei der Tafel – niemand vorher anmelden, um Lebensmittel zu bekommen.

Wichtiger noch als Essen und Getränke zu verteilen, sei es, Kontakt zu den Menschen aufzubauen und, wo nötig, zu versuchen, ihre Lebenssituation zu stabilisieren. Genauso wichtig aber, so betont Ute Schnur, sei es, öffentlich präsent zu sein, Armut nicht zu verstecken.

Die Mitarbeiter der Einrichtung – getragen von der Drogenhilfe des Diakonischen Werks in enger Kooperation mit der Stadt – beraten die Hilfesuchenden, nennen Adressen, gehen auch mit zu Behörden, vor denen viele eine große Scheu haben, organisieren aber auch schon mal Passfotos, wenn der Ausweis verloren wurde.

Und während hungrige Menschen dankbar ein paar Waffeln und eine Tasse Kakao annehmen, gibt es ein kleines Wunder: Eine Passantin spendet „Scentral“ einen 50-Euro-Schein. (ryp)

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